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Leserbrief

Farce: EU-Neuzulassung Glyphosat

Harry Zech, Bio-Winzer,Vorarlbergerstrasse 5, Schaanwald | 6. September 2016

Landwirtschaft

Einen Tag bevor die Zulassung für Glyphosat (meist eingesetztes Unkrautvertilgungsmittel, z. B. Roundup, Monsanto verdient Milliarden damit) Ende Juni abgelaufen wäre, hat die EU-Kommission entschieden, die Zulassung um 18 Monate zu verlängern, obwohl die WHO das Mittel als krebserregend eingestuft hat. Man kann den Wirkstoff in der Muttermilch von Frauen und im Urin von Kleinkindern schon nachweisen! Als Begründung: Die Mitgliedsstaaten der EU-Kommission hätten sich nicht einigen können ... Was für ein Interessenskonflikt!
Interessant ist noch zu wissen, dass Herbizide eigentlich nicht für die Landwirtschaft entwickelt wurden, sondern die Amerikaner haben es im Vietnamkrieg als «chem. Waffe» eingesetzt, um die Reisfelder ihres Gegners zu zerstören und sie haben es grossflächig über dem Regenwald abgelassen, um die Pflanzen zu entlauben und zu vernichten, die für die Vietnamesen als Versteck dienten. Noch jetzt leiden viele Menschen darunter (Fehlbildungen, Krebserkrankungen und Immunschwächen). Nach dem Krieg gab es keinen Abnehmer mehr und die Landwirtschaft musste herhalten.
Es ist schon besorgniserregend und skandalös, wenn die wirtschaftlichen Interessen der Chemieriesen (Monsanto, Syngenta, Bayer …) über den gesundheitlichen und ökologischen Interessen stehen. Die Lobbyorganisationen dieser Firmen sind mächtiger als die Politik, es geht immer nur um mehr Profit, um Gewinnmaximierung, und dies immer zulasten der Umwelt, Natur (Menschen, Tiere und Pflanzen). Übrigens hat Monsanto in dieser Angelegenheit eine «Spende» von etwa 500 000 US-Dollar bezahlt! Es kann so nicht weitergehen, die ganze Landwirtschaft ist zu industrialisiert, zu chemieabhängig, sie steckt in einer Sackgasse. Wenn der Chemie-Einsatz nicht so schnell als möglich zurückgeht, werden die Böden immer mehr ausgelaugt und unfruchtbarer. Und das ist verantwortungslos gegenüber den künftigen Generationen, da der Boden das wichtigste Gut dieser Erde ist, denn er liefert uns das tägliche Essen.
Bei diesem wichtigen Thema könnte Liechtenstein mit der Schweiz zusammen als Nicht-EU-Mitglieder eine Vorreiterrolle einnehmen und das Glyphosat verbieten. Jemand muss den Anfang machen. Unsere Kinder und Enkelkinder werden uns dankbar sein!

Harry Zech, Bio-Winzer,
Vorarlbergerstrasse 5, Schaanwald

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