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Leserbrief

Augen zu und durch?

Carmen Sprenger-Lampert,Landstrasse 333, Triesen | 21. Juli 2017

Es ist Realität, dass es Befürworter, Gegner, Fantasievögel, Langweiler, Kreative, Banausen usw. gibt. Und es ist legitim, dass ein Projekt wie dasjenige der Jubiläumshängebrücke auf Zustimmung und Ablehnung stösst.
In einigen Leserbriefen wird die konservative Haltung der Gegner verurteilt. Sind die Sparpakete aus der nahen Vergangenheit in Vergessenheit geraten? Die Auswirkungen daraus treffen das Volk täglich – z. B. im Bereich der Gesundheitskosten.
Aber auch die Tatsache, dass Liechtenstein ein sehr kleines Land ist, in dem nur wenige «ruhige Landschaften» existieren, sollte dazu beitragen, dass diese Gebiete geschützt und nicht mit Attraktionen belebt werden. Diese Sachlage generiert in mir eine Verpflichtung gegenüber unseren Nachkommen, der Natur und Tierwelt, solche Zonen zu schützen – nicht zu beleben!
Dass die Befürworter und «Ideenmacher» dieses besonderen Jubiläumsbauwerkes versuchen, die Kohlen aus dem Feuer zu holen, ist ebenfalls klar. Wer bezahlt eigentlich die extra dafür kreierte Informationswebsite www.jubilaeumsbruecke.li? Werden da wieder alle Steuerzahler des Landes zur Kassa gebeten, um ein offensichtlich massiv kritisiertes Projekt zu retten?
Die Idee, dass ein 300-Jahr-Souvenir geschaffen werden sollte, mag okay sein. So schlecht geht es uns noch nicht. Aber bitte ein Jubiläumsdenkmal, das in Zeiten des Sparens einen bestmöglichen Nutzen für möglichst viele Bewohner und Bewohnerinnen des Landes bietet. Alternative Ideen existieren einige – wie u. a. in den Landeszeitungen zu lesen war bzw. ist. Zukünftig wäre es vorteilhaft, wenn bei derart speziellen Investitionen das Volk in den Entscheidungsprozess involviert würde.
Die Details um «Schilda-Liechtenstein» werden jedenfalls spitzfindiger. Falls die Brücke doch realisiert werden sollte, mutiert Liechtenstein vielleicht zur fürstlichen Base- und Bungeejumper-Hochburg – trotz Verbot? Oder müssen die Gemeindepolizisten dann eine Spezialschicht in abwechselndem Turnus schieben? Tja, dann könnten wir wenigstens von einer spektakulären Zukunft des Landes sprechen. Lassen wir uns überraschen, wie Liechtenstein sein 300-Jahr-Jubliäum feiern wird?
Ein Dankeschön an diejenigen Personen, welche in Balzers und Vaduz das Referendum ergriffen haben – ein Instrument der direkten Demokratie.

Carmen Sprenger-Lampert,
Landstrasse 333, Triesen

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