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Leserbrief

Mein Lebens(t)raum oder Albtraum

André Kindle,Landstrasse 199, Triesen | 13. August 2016

Gemeinde Triesen

Wer Triesen als Lebenstraum sieht, hat sich wohl noch nie mehr als 2 Kilometer aus der Dorfmitte begeben. Von Vaduz her kommend fährst du durch eine Glas- und Betonschlucht durch Triesen, in der Dorfmitte eine Baugrube, durch Abschrankungen gesichert, von Bäumen und Sträuchern umgeben. Wenn diese Bäume und Sträucher dann dem Bagger zum Opfer fallen und das Vorgesehene in der geplanten Grösse realisiert werden sollte, überragt es alle umliegenden Gebäude um zwei Meter und dies alles nur aus Sturheit und Gier. Der neutrale Gutachter hat schon mehrfach für die Gemeinde gearbeitet und seine Stellungnahme wird sicherlich neutral erstellt. Einige Nachbarn wirds freuen, denn die werden, sofern die Behörden grünes Licht für dieses unsinnige Bauwerk geben, ebenfalls ihre Baugesuche für solche Kästen einreichen. Im Umkreis von 10 bis 15 Minuten Fahrzeit haben wir unzählige Einkaufszentren zur Auswahl und trotzdem fahren immer mehr ins benachbarte Ausland, um ihre Einkäufe zu tätigen. Es ist nicht der Preis, der sie lockt, es ist das Einkaufserlebnis, z. B. Feldkirch bietet eine schöne Altstadt mit Marktflair, Strassencafés etc. Unser Nachbardorf hat doch vorgemacht, wies geht: Zentrum mit Büros, Fussgängerzone, Eiswürfel und schon ist Ende. Jösy Büchel sel. vermochte immer zu scherzen: Willst du Einsam sein, so kehr im Vaduzer Städtle ein. Wofür brauchen wir noch Gemeinderäte? Die werden durch unsere Gemeindevorstehung und -verwaltung nach Strich und Faden vorgeführt und knappen, bis auf ein paar wenige, zu allem ein Ja. Widerstand zwecklos. Unterschriftensammlungen werden ignoriert. Es werden teure Verkehrsplanungen in die Schweiz vergeben, Ergebnis: eine blaue Parkzone in der Industrie. Kontrollieren und Büssen ist unangenehm und mit Arbeit verbunden, deshalb gibt es blaue Dauerparkplätze. Gebüsst wird nur der Lieferant, welcher, mangels Parkplatz, auf dem Gehsteig sein Fahrzeug entlädt. Der Gemeindesaal und die Gemeindeverwaltungsräumlichkeiten sollten saniert werden. Wohin in der Zwischenzeit? Ganz einfach, man baut ein neues Gebäude an das alte, zieht um, saniert alles und bezieht wieder die früheren Räumlichkeiten. Und das Neuerstellte? Steht leer. Kostet ja nichts, bis auf die Unterhaltskosten – und die werden mit der neu eingeführten Regenwassergebühr bezahlt. Und jetzt soll mir bitte jemand sagen, ob dies ein Traum oder ein Albtraum ist.

André Kindle,
Landstrasse 199, Triesen

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