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Leserbrief

Landesspital und Medicnova

Agnes Dentsch,Poliweg 12, Ruggell | 19. Juli 2017

Gesundheitswesen

Der Konkurrenzkampf zwischen dem Landesspital (LLS) und der Medicnova ist im vollem Gange. Es geht schlussendlich um viel Geld. Geld, das wir Patienten- und Steuerzahler berappen müssen. Umso mehr Patienten, desto mehr Einkommen für Ärzte, Spitäler und Privatkliniken. Das LLS muss für die Grundversorgung gerüstet sein, die Medicnova will nur Patienten, an denen sie verdienen kann.
Halbprivat- und Privatversicherte sind ein lukratives Geschäft. Gerade in den Altersheimen ist auffallend, wie viele Bewohner neuerdings in die Medicnova bzw. nach Grabs überwiesen werden. Zum Beispiel, ob ein MRI notwendig ist oder nicht, können sie nicht beurteilen. Es wird einfach gemacht.
Genau! Mit Senioren kann man gute Geschäfte machen. Sie haben altersbedingte Gesundheitsprobleme. Sie sind es, die dem Arzt nicht widersprechen, nichts nachfragen und meinen, die Ärzte wissen schon, was sie tun. Wirklich? Ein Alterungsprozess kann nicht aufgehalten werden. Durch die vielen Medikamente werden sie noch kränker, bis die Nieren nicht mehr richtig funktionieren und sie wegen Verdacht auf Nierenversagen ins Spital eingeliefert werden müssen. Doppeltuntersuchungen – wie Röntgen, MRI und CT – sind leider normal. Später wird die Leber in Mitleidenschaft gezogen (Hepatitis). Das ist ja auch kein Problem, die kann man weiter teuer behandeln. Dass ältere Menschen anders auf die Medikamente reagieren als jüngere Patienten, erzählt ihr Arzt nicht (Ausnahmen bestätigen die Regeln).
Es ist eine gefährliche Entwicklung. Es geht nicht mehr nur um eine Krankheit und deren Heilung, sondern auch darum, wo finde ich einen Arzt, der mir wirklich helfen kann und nicht nur seinen Gewinn optimieren möchte. Zum Glück gibt es solche Ärzte im Land.
Aber: Wer kann diese Entwicklung stoppen? Am besten die Patienten selbst. Dass es nicht einfach ist, ist mir bewusst, aber Fragen an die Ärzte zu stellen und eine wahrheitsgemässe Aufklärung zu erhalten, sollte selbstverständlich sein. Ist es aber nicht. Das kann auch kein Gesetz regeln, sondern nur hellhörige Patienten. Darüber nachzudenken ist sicher nicht falsch.

Agnes Dentsch,
Poliweg 12, Ruggell

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