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Leserbrief

Zur Jubiläumsbrücke

Norbert Batliner,Ziegeleistrasse, Nendeln | 18. Juli 2017

Es scheint sehr schwierig zu sein, dieses Thema ruhig, sachlich und emotionslos zu diskutieren. Ich frage mich, ob die Gegner dieses Projektes überhaupt genau wissen, gegen was sie Sturm laufen? Ist nur einer von ihnen je zu Fuss in Nendeln unterwegs gewesen oder hat er sich die Mühe genommen, für einen Augenschein in die Nähe des geplanten Ausgangspunktes der Brücke zu begeben, um sich erst dann ein Urteil zu bilden? Ich finde das Projekt verdient es, dass man sich damit wirklich tiefer auseinandersetzt und es nicht im Voraus vom Schreibtisch aus verteufelt.
Vor knapp zwei Jahren wurde in Nendeln der Sägaweiherweg eröffnet. Ein wunderschön angelegter Waldweg, der auch ausserhalb von Nendeln nur Lob erntet. Dem Gedanken, diesen Weg mit einer Brücke nach Planken zu verlängern, kann ich nur Positives abgewinnen. Es wäre tatsächlich eine gelungene Verbindung nach Planken und zudem eine Attraktion, von denen es im Lande nicht allzuviele gibt. Es würde sich daraus eine interessante und nicht allzu schwere Rundwanderung für jedermann ergeben. Anstatt einen Ausflug irgendwohin zu machen, könnte sich ein Primarschullehrer z. B aus Balzers oder Triesenberg überlegen, mit dem Postauto nach Nendeln zu fahren und an den Mauern des römischen Gutshofs vorbei über den Sägaweiherweg und die Brücke nach Planken und vielleicht weiter nach Schaan zu wandern. Ich garantiere, dass die Schüler, von denen die meisten ohnehin noch nie in Nendeln oder Planken waren, begeistert sein würden und sogar die Eltern von diesem Rundgang überzeugen könnten. Die Brücke auf dem geplanten «Liechtenstein-Weg» würde garantiert den Höhepunkt des ganzen Weges darstellen. Es gibt ausreichend Beispiele in Europa, wo Brückenprojekte massiv bekämpft wurden, um nach deren Fertigstellung von allen Seiten bejubelt zu werden, weil man sich das Ergebnis vorher nicht vorstellen konnte.
Ich respektiere die Einwände der Jäger, zweifle aber, ob genau im Einzugsbereich der Brücke sich viel Wild aufhält. Dass sich das Wild an den Menschen gewöhnt, ist erwiesen durch die Tatsache, dass die Hirsche im Winter ohne Scheu durch die Gemüsegärten von Nendeln pilgern und sich darin gütlich tun und Schaden anrichten. Auch den Umweltschutz gilt es zu berücksichtigen. Ich nehme für mich in Anspruch, dass mich dieses Thema sehr beschäftigt. Bei der geplanten Brücke handelt es sich jedoch um eine Verlängerung eines bereits bestehenden Weges nach Planken. Dass dies einen Eingriff in die Umwelt darstellt, kann ich mir nur schwer vostellen.
In meinen Augen ist das Projekt eine Chance und eine grosse Bereicherung des Erholungsgebietes für Menschen aus der näheren und der weiteren Umgebung. Haben wir doch den Mut, etwas Besonderes zu realisieren, denn Durchschnitt ist heutzutage nicht mehr gefragt. Gar soo viel haben wir Besuchern in unserem Lande ohnehin nicht anzubieten.
PS Es gibt in unserem Lande eine Institution «Liechtenstein Marketing». Auf deren Homepage heisst es gross «Begeisterung für Liechtenstein entfachen». Bis heute hat sich dieser Verein meines Wissens noch mit keinem Wort zu diesem Projekt geäussert. Es sei mir gestattet zu fragen, ob es diese Institution noch gibt und was sie überhaupt macht?

Norbert Batliner,
Ziegeleistrasse, Nendeln

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