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Leserbrief

Nichts übers Knie brechen!

Hans Gassner,Austrasse 28, Vaduz | 12. Juli 2016

Kirche und Staat

Werte Abgeordnete, ich gehe mit Ihnen in vielen Punkten in der Samstagsausgabe vom 9. Juli 2016 einig. Aber alles könnte ich nicht unterzeichnen. Wie Sie berichtet haben, sind Schnellschüsse keine Lösung. Das stimmt! Sehr geehrte Landtagsvizepräsidentin, wenn ich richtig informiert bin, möchte die Gemeinde Gamprin ein Grundstück vom Erzbistum kaufen. Das Erzbistum verkauft dieses Grundstück aber nicht und muss es auch nicht verkaufen. Meine Information geht dahingehend, dass diese Verhandlungen aufgrund der oben aufgeführten Situation gescheitert sind. Wenn das stimmt! Es ist etwa so: Mein Nachbar möchte von mir ein Grundstück kaufen, es ist aber unverkäuflich. So stellt sich etwa die Situation in Gamprin dar. Was im Grundbuch eingetragen ist, hat Rechtskraft – das ist einmal in einem Rechtsstaat so. 9 von 11 Gemeinden wollen ein Konkordat. Aus diesem Grunde haben sie sich auch geeinigt. Eines muss klargestellt werden: Dass circa 70 Prozent Katholiken in Liechtenstein sich nicht mit anderen Religionen gleichstellen lassen. Wenn zwei Gemeinden sich mit dem Erzbistum nicht einigen können, ist das Konkordat doch nicht hinfällig. Wie bereits erwähnt, haben die anderen Gemeinden eine Lösung gefunden, und zwar aufgrund eines Konkordats. Es wäre falsch, Detailvereinbarungen mit diesen 9 Gemeinden ohne Konkordat abzuschliessen. Der Artikel 37 der Verfassung des Fürstentums Liechtenstein vom 5. Oktober 1921 hat heute noch Gültigkeit. Er lautet wie folgt: Die Glaubens- und Gewissensfreiheit ist jedermann gewährleistet. Die römisch-katholische Kirche ist die Landeskirche und geniesst als solche den vollen Schutz des Staates; anderen Konfessionen ist die Betätigung ihres Bekenntnisses und die Abhaltung ihres Gottesdienstes innerhalb der Schranken der Sittlichkeit und der öffentlichen Ordnung gewährleistet. Meines Erachtens würde das Religionsgemeinschaftsgesetz die Sonderstellung der katholischen Kirche einschränken und andere Religionen gleichberechtigt machen. Werte Abgeordnete, sie dürfen die Prozente der kath. Kirche nicht aus den Augen verlieren. Wie der Landtagsabgeordnete Christian Batliner erwähnt hat, ist das ein sehr emotionales Thema. Es betrifft viele Katholiken. Obwohl einige Katholiken nicht mehr jeden Sonntag die hl. Messe besuchen, aber trotzdem zur katholischen Kirche stehen. Die römisch-katholische Kirche muss aus diesem Grunde und wegen den oben erwähnten Prozenten ein Privileg erhalten.

Hans Gassner,
Austrasse 28, Vaduz

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