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Leserbrief

Soziale Belange zählen beim Gesundheitsminister wenig

Vorstand der Freien Liste | 9. Juli 2016

Einfache Initiative

Gesundheitsminister Mauro Pedrazzini führt immer wieder ins Feld, dass die einfache Initiative «erwerbsabhängige Krankenkassenprämien» seine Krankenkassenrevision torpediere. Die Freie Liste akzeptiert die demokratisch legitimierte KVG-Revision vom vergangenen Herbst. Unsere Initiative ist lediglich eine Reaktion auf die wachsenden Gesundheitskosten der letzten Jahre. Die Freie Liste sieht eine Entlastung des Mittelstands als überfällig an und möchte die Prämien deswegen künftig erwerbsabhängig ausgestalten. Der Gesellschaftsminister räumte selbst in den vergangenen Tagen ein, dass mit steigenden Gesundheitskosten gerechnet werden muss. Das bereitet vielen Menschen Sorge. Die unsozialen Krankenkassen-Kopfprämien sind heute schon ein grosser Budget-Posten für viele Mittelstands-Familien.
Mit wenig Verständnis für soziale Belange möchte der Gesellschaftsminister mit seiner KVG-Revision die Menschen über den Geldsäckel erziehen. Mit Franchisen und Selbstbehalt soll ein Anreizsystem geschaffen werden, damit die Menschen weniger zum Arzt gehen. Ob das aufgeht, ist äusserst fraglich: Liechtensteiner gehen zwar noch immer häufiger zum Arzt als ihre Nachbarn, es ist aber unklar, warum, sagte Pedrazzini diese Woche an einer Pressekonferenz. «Die Frage ist, ist das die Schuld des Arztes, der mehr gibt, oder ist es der Patient, der mehr verlangt.»
Er kann nicht belegen, dass hohe Franchisen und ein hoher Selbstbehalt tatsächlich zu weniger Arztbesuchen führen. Die Behauptung Pedrazzinis, dass die Umstellung auf erwerbsabhängige Prämien die Anreize, weniger zum Arzt zu gehen, torpedieren, hängt komplett in der Luft. Das Franchisen- und Selbstbehaltsystem bleibt bestehen, auch wenn der Mittelstand künftig weniger stark durch den Wegfall der unsozialen Krankenkassen-Kopfprämien belastet wird. Ob Pedrazzinis Revision die erwünschten Resultate bringt, ist wie gesagt zu bezweifeln. Klar ist, dass bald alle mehr zur Kasse gebeten werden. Schuld am ausbleibenden Erfolg der KVG-Revision wären keinesfalls erwerbsabhängige Prämien.

Vorstand der Freien Liste

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