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Leserbrief

Ein Rückblick

Obmann Otto Beck für dieliquidierte BrunnengenossenschaftLavadina-Steinort | 23. Juni 2016

BG Lavadina

Am Montag, den 20. Juni, wurde die Brunnengenossenschaft Lavadina- Steinort an der ordentlichen Jahresversammlung aufgelöst. Die Anlagen zur Wasserversorgung der Weiler Lavadina, Steinort und Obergufer mit Trink- und Brauchwasser wurden 1911 mit einem Kostenanteil 53 Prozent Gemeinde, 47 Prozent Genossenschaft erstellt. Lange bevor es ein Gemeindewasserwerk gab, wurden die Quellen im Bergwald gefasst, eine Brunnenstube erstellt, auf Parmezg ein Reservoir gebaut und nach und nach die Netzleitungen erstellt. Wie damals üblich, grösstenteils im Frondienst durch Genossenschafter – heute unvorstellbar.
Am 20. Dezember 1953 beschloss der Gemeinderat, das Abkommen zwischen der Gemeinde und der Genossenschaft bezüglich Kostenteiler (53 Prozent Gemeinde/47 Prozent Genossenschaft) aufzukündigen und gleichzeitig auf das Überwasser der Bergwald-Quellen zu verzichten.
Die Hauptanlagen liegen alle auf der Gemeindeparzelle Nr 308 WV. Es wurden keine grundbürgerlichen Dienstbarkeiten (Quellrechte) zugunsten der Genossenschaft eingetragen, ebensowenig grundbürgerliche Baurechte für die Quellfassungen, Brunnenstube und Reservoire. Die Gemeinde als Eigentümerin der Quellen hatte demzufolge Anspruch auf das ihr gehörende Quell-Überwassers, das ab 1970 in das Gemeindereservoir Lavadina geleitet wurde.
Zuletzt wurden circa 120 Bezüger mit dem Wasser der Genossenschaft versorgt. Nach der Entstehung des Gemeindewasserwerkes baute die Gemeinde ihr Netz auch im Gebiet der Genossenschaft aus. Immer mehr Bauherren entschlossen sich, dort anzuschliessen. Der Genossenschaftsgedanke rückte in den Hintergrund. Die Auflagen für einwandfreies Trinkwasser verschärften sich. Auch die Netzerweiterungs- und Reparaturkosten wurden teurer für eine kleine Genossenschaft.
So entschied sie sich, Übernahmeverhandlungen mit der Gemeinde zu führen. Der Gemeinderat trat am 15. Mai 2012 auf die Verhandlungen ein. Mit Vertrag vom 25. Oktober 2013 gingen die gesamten Werkanlagen per 1. Januar 2014 in das Eigentum der Gemeinde Triesenberg über. Bei den Genossenschaftern, die bisher keine Wasseruhren kannten, drehen sich nun auch diese Zähler. Ab 1. Januar 2017 bezahlen sie Wasser und Abwasser analog den übrigen Bewohnern.
So ist eine Genossenschaft erloschen, wie sie früher häufig waren.

Obmann Otto Beck für die
liquidierte Brunnengenossenschaft
Lavadina-Steinort

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