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Leserbrief

Himmeltraurig …

Dr. h.c. Lic.iur. Walter Matt,Rechtsanwalt und Treuhänder,Werdenbergerweg 11, Vaduz | 18. Juni 2016

Madleni-Hus

... und zum Weinen ist das, was das Bärger Referendumskomitee und die parteipolitische Mühle hervorgebracht haben, aber Magdalena Hilbe schrieb es in der Montagausgabe richtig, «das Haus wird nicht touristisch genutzt, aber auch nicht abgerissen». Jedermann weiss oder kann sich vorstellen, was Denkmalschutzexperten immer wieder sagen: Die Nutzung ist wichtigste Voraussetzung für den Erhalt eines Denkmals. Viele Stimmbürger meinten, es gehe um den Erhalt oder Abriss.
Das Haus ist ein Denkmal, auch wenn das denjenigen, die mit dem Vorzeichen oder Vorwand der dringenden Zentrumsgestaltung argumentieren, nicht passt. Ich schrieb es schon an dieser Stelle vor über einem halben Jahr: Ich halte es für eine Untat, sich an diesen geschichtlichen Bauzeugen zu vergreifen. Zu einem lebenswerten Triesenberg gehört die Wahrung alter Werte. «Wir sind Walser und tragen Sorge zu unserer Geschichte in dem wir kulturelle Einrichtungen ... erhalten ... wir pflegen unsere Kultur und die Traditionen ... dabei gilt es der einzigartigen Geschichte und Kultur unseres Dorfes Sorge zu tragen ...».
In erster Linie ist die Politik dazu gefordert und verpflichtet. Es geht den Referendisten ja nicht um ein Baurecht an dem Ahnenforschungsverein oder um die wirklich angemessene finanzielle Beteiligung an der Gemeinde, sondern um den baldigen Abbruch und zu diesem wird es nicht kommen. Rechtlich ist eine Entscheidung schon auf der Verwaltungsebene gefallen. Die Denkmalpflege hat die Schutzwürdigkeit dieses über 200 Jahre alten Objektes längst beschrieben und die Denkmalkommission hat die Gemeinde aufgefordert, ein Gesuch und formelle Unterschutzstellung einzureichen. Kommt die Gemeinde diesem Beschluss nicht nach, müsste die Regierung dringende und zwingende Massnahmen setzen. Wenn diese es jetzt touristisch nicht nutzen kann, sind andere Wege der Nutzung geboten. Herrichten so weit nötig und beispielsweise eine Ausstellung mit Zeugen aus Triesenbergs Vergangenheit machen. Irgendwo versorgt wartet eine 100 Jahre alte, intakte Stickereimaschine schon lange auf einen ihr gebührenden Ausstellungsplatz. S’Huus vam chleina Madleni hat ein eigenes Sticklokal! Eine Attraktion wäre mit verhältnismässig geringem Aufwand geschaffen. Das Gebäude wird stehen bleiben als Denkmal der früheren Lebensweise der Walser und der damaligen Bautechnik. Ein schöner Blickpunkt im Zentrum. Sicher schöner als das von einigen Referendisten geplante moderne Gebäude mit Wohn- und Hoteleinheiten. Für die Gemeinde gilt; nid luk la gwinnt.

Dr. h.c. Lic.iur. Walter Matt,
Rechtsanwalt und Treuhänder,
Werdenbergerweg 11, Vaduz

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