Leserbrief

Fadenscheinige Argumente

Vorstand des Frauennetzes | 18. Oktober 2017

Frauenquote

Niemand hat etwas gegen Frauen in Politik und Führungsgremien. Alle wollen mehr Frauen in Entscheidungspositionen.
Wirklich? Als wir den Statements der Parteipräsidenten (Zeit für Liechtenstein) und der Landtagsdebatte (zur Petition von Hoi Quote) zuhörten, kamen uns Zweifel.
Gegen die Einführung einer Quotenregelung zu sein ist das eine. Damit können wir umgehen. Wenn wir den Argumenten zuhören, wird das Unverständnis schon grösser. Kein Verständnis haben wir jedoch, wenn die Argumente fadenscheinig sind oder – noch schlimmer – mit der Sache absolut nichts zu tun haben. Doch wie um der Sache noch eins draufzusetzen: Den Quotengegnern und -gegnerinnen fehlen wirkungsvolle Alternativen! Wir haben noch keine einzige auch nur annähernd wirkungsvolle andere Massnahme gehört.
Und daher die Zweifel: Wenn jemand wirklich an Frauen in zentralen Positionen interessiert ist und er/sie sieht, wo wir diesbezüglich im Moment stehen, müssen ernst gemeinte Alternativen auf den Tisch!
Eine Bemerkung am Rande sei diesbezüglich erlaubt: Den Frauenpool gibt es seit Juli 1999. Er wurde von der damaligen Stabsstelle für Chancengleichheit bzw. von Bernadette Kubik-Risch ins Leben gerufen und die Regierung erteilte der Stabsstelle den Auftrag, den Frauenpool auszubauen und zu betreuen. Eine gute Sache könnte man/frau meinen. Wir kennen mehrere, gut qualifizierte Frauen, die sich registriert haben. Und nun kommt’s: Sie wurden nie angefragt, wenn eine Position in Gremien (Delegationen, Stiftungsräten, Kommissionen, Arbeitsgruppen oder ähnlichem) frei wurde. Da sei die Frage erlaubt: Wie ernst ist es den amtierenden Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger mit Frauen in Entscheidungspositionen?

Vorstand des Frauennetzes

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