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Leserbrief

Hoffentlich kein Schweigen der Lämmer

Jo Schädler,Eschnerstrasse 64, Bendern | 14. Oktober 2017

Quotendiskussion

In seinem Zwischenfazit zur Quotendiskussion lässt sein Verfasser vor allem jenes Substrat einfliessen, vor welchem dem Bürger geraten ist, in Deckung oder in einen gros-sen Sicherheitsabstand zu gehen. In ausbeuterischer Manier legt er die nach seiner Ansicht verfehlten Denkweisen der Quotengegner offen, um sich dann selbst als wohlgerechter Gottvater verstanden zu wissen. Den einen unterstellt er Mangel an wissenschaftlichem und demokratischem Verstand. Den andern attestiert er mangelnde Objektivität und unterstellt ihnen, sich irgendeiner ominösen «Überprüfbarkeit» zu entziehen. Eine andere Gattung denkender Menschen sperrt er in eine selbst arrangierte «Gruppe», um sie dort als ideengeschichtliche Simpel dingfest zu machen. Und ganz salopp fahndet er nach Verbrüderungen zwischen Anachronismen und dem Vulgären. Am Schluss seines Pamphlets lehnt er sich zurück und meint, wenn es den Menschen schon nicht einmal zur Logik reicht, dann sollen sie sich ganz entspannt und gelassen dem hingeben, was die Zukunft über sie stülpen wird. Na Bravo.
Nun, hoffentlich tun die Menschen das nicht. Hoffentlich bleiben sie aufgeweckt und beteiligen sich an der Politik und am gesellschaftlichen Leben in diesem Lande und auch an der Frage um Frauenquoten. Hoffentlich bringen sie all ihre Bedenken, ihre Ängste, ihre Hoffnung, ihre Sehnsucht, ihre Wünsche zum Ausdruck. Hoffentlich greifen sie zum Wort, zur Feder, zum Mut, kämpfen und helfen der Demokratie zu leben. Egal auf welcher Seite. Hoffentlich lassen sie sich nicht durch Moralheinriche aus dem Konzept bringen, lassen sich nicht desillusionieren, mundtot machen und lassen sich nicht in ein Abseits stellen. Hoffentlich lassen sie nicht durch die periodischen Denkvorgaben des Liechtenstein-Institutes das eigene Hirn aus dem Schädel blasen. Hoffentlich haben sie immer den Mut so zu reden, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist und so zu denken, wie es einem modernen, selbstbewussten Liechtensteiner zu- und ansteht.

Jo Schädler,
Eschnerstrasse 64, Bendern

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