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Leserbrief

Kleinod für die Schaanwälder?

Ossi Öhri,Beim Schleifweg 1, Schaanwald | 3. Oktober 2017

Zentrum Schaanwald

Im Oktober-Landtag wird die Motion von 7 FBP-Abgeordneten behandelt, in der die Regierung aufgefordert werden soll, bei der Strassenverlegung beim Zuschg-Zentrum in Schaanwald nun endlich Gas zu geben. Es wird auf 10 Jahre alte Beschlüsse Bezug genommen und dass die Schaanwälder das nun endlich haben wollen. Aber wollen wir das wirklich? Ich höre da in meinem Bekanntenkreis wenig Positives. Wir sind froh um den Zuschg-Saal, aber die Zeiten haben sich in den letzten Jahren sehr verändert. Ich glaube kaum, dass die damals ins Auge gefasste Zentrumsgestaltung mit einem Dorfplatz, Abriss des Alten Zolls, Neubauten usw. in der heutigen Zeit noch eine Chance bei den Maurer Stimmbürgern hätte. Was für negative Folgen verkehrsfreie Zonen auch haben können, zeigen eindrucksvoll der umstrittene Dorfplatz in Eschen und die abends entvölkerte Flaniermeile in Vaduz. Entlang der Strasse im Schaaner Zentrum blüht dagegen das Dorfleben.
Dass das viele Millionen teure Stras-senbauprojekt rein verkehrstechnisch keinen Sinn macht, sehen selbst die Motionäre ein. Eine Schlaufe um den Saal, Abbremsen des Verkehrs, Einbau einer Stras-sen-Steigung, Verlust der Aussenparkplätze beim Zuschg, nötiger Umbau der Parkgaragen-Ausfahrt usw. lassen mich, und viele andere Schaanwälder, an der Sinnhaftigkeit dieses teuren Geschenks zweifeln.
Ich würde mir wünschen, dass der neue Landtag parteiübergreifend sich der Verkehrsprobleme im Land annimmt und nicht wie bis anhin dem benachbarten Ausland vorschreiben will, wo Tunnel nicht zu bauen sind und welche Autobahnen gefälligst wo zu verbinden sind. Die täglichen Staus zu den Hauptverkehrszeiten in Feldkirch werden von unseren Grenzgängern verursacht – und auch «unsere Autobahn» in der Schweiz ist aus demselben Grund an der Kapazitätsgrenze angelangt. Nur eine Verlagerung vom motorisierten Individualverkehr zum öffentlichen Verkehr hin kann hier wirklich Abhilfe schaffen. Im benachbarten Ausland wird hier, vor allem im Schienenverkehr, viel getan, und für unsere Wirtschaft wird hier bald der Zug abgefahren sein, wenn wir weiter tatenlos zusehen.
Die in der Motion als «Kleinod» bezeichnete Zuschg-Umfahrung wird uns in diesem Bereich sicher nicht weiterhelfen.

Ossi Öhri,
Beim Schleifweg 1, Schaanwald

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