Leserbrief

Druckerhöhung?

Jo Schädler,Eschnerstrasse 64, Bendern | 3. Oktober 2017

Als Triesenberger hab ich in Eschen hinzunehmen, dass ich ein Bürger zweiter Garde bin und in den Eschner Interna kein Stimmrecht habe. Bei den Landtagswahlen habe ich im Wahlkreis Unterland viel weniger Kandidaten zur Auswahl als ein Oberländer. Auch wieder ein demokratischer Abstrich, den ich hinzunehmen habe. Würde nun auch noch eine Frauenquote eingeführt, dann reduzierte sich unter Umständen meine Auswahlmöglichkeit auf ein paar Brotkrümel und ein Gang zur Urne würde ein vollständig sinnloser Witz. Demokratisch bekämen wir dann als Nachbarn im Südwesten Venezuela, im Südosten Myanmar, im Süden Ruanda und neu im Norden Merkelhausen.
Beim letzten «Halali» der Hoi-Quoten-Garde stellte diese zwei Expertinnen an die Front und machte deutlich, dass nun der Druck erhöht würde. «Expertinnen für Frauenquote?» Also wenn eine Ratzmaus das liest, dann lässt sie sich zum einflügeligen Adler umoperieren. Weil in solchen Erkenntnissen gründet der immerwährende Flug im Kreise. Obwohl bewiesen ist, dass Männer bei Weitem nicht so oft beim Schönheitschirurgen auf dem Schragen liegen, müssen sie sich nach Liechtensteiner Erfahrungswerten wohl bald wieder den Quadratschädel anhören. Oder ist mit «Druck machen» gar noch übleres gemeint?
Und wenn überhaupt über eine Quote diskutiert wird, dann sollte doch erst die Quotentauglichkeit geprüft werden. Erst einmal eine Quote auf dem Bau an der Karette, am Bauernhof auf dem Jauchefass, in der Fabrik an der Tiefziehpresse oder gleich in der Rüfeverbauung. Erst wenn das zuverlässig klappt, kann man ja weiterstudieren und die Zügel etwas lockern. Aber gleich und ungeprüft und ohne neutrale Expertise in die Politik oder gar in den Landtag, wäre dann doch etwas heftig oder?
Und überhaupt. Da versucht der Mann seit Menschengedenken den Frauen das Leben zu erleichtern. Erfindet die Waschmaschine, damit sie nicht mehr selber schrubben müssen. Dann die Nähmaschine, den Staubsauer, den Stabmixer und viele auch kleine batteriebetriebene Dinge, das Leben zu verschönern. Er erlaubt ihnen, Auto zu fahren, und erteilt ihnen sogar die Bewilligung, das Stimmrecht ihr Eigen nennen zu dürfen. Und wer jetzt denkt, da käme vom schwachen Geschlecht Dankbarkeit herüber, der irrt. Das genaue Gegenteil ist der Fall, nur immer noch mehr Ansprüche und Forderung und Drohungen.
Wenn die Quotenvereine den «Druck» auf die Güte des Mannes noch erhöhen wollen, wird sich die alte Weisheit «Undank ist der Weltenlohn» nicht mehr auf die Welt beziehen.

Jo Schädler,
Eschnerstrasse 64, Bendern

Teile diesen Leserbrief mit deinen Freunden

Leserbrief schreiben

Wie denken Sie darüber?
Titel
Text 0 / 2500 Zeichen
Weiter