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Leserbrief

Die Logik der Quotengegner

Vorstand des Vereins Hoi Quote | 27. September 2017

Das Interview mit Günther Fritz, Parteipräsident der VU, in der Dienstagsausgabe des «Vaterlands» belebt die Debatte um eine Quotenregelung leider nicht einmal peripher. Wenigstens hat er sich Gedanken um andere Möglichkeiten stärkerer Frauenbeteiligung gemacht. Es ist daher umso unverständlicher, warum er den Gedanken an eine Enquete gleich wieder verwirft, nur weil nicht alle Parteien mitmachen wollen.
Die VU steht nicht alleine da, sie findet sich in Gesellschaft zweier anderer Parteien. Nur die Freie Liste steht vollumfänglich zu einer Quote. Seit der Hoi-Quote-Veranstaltung vom 21. September ist das offiziell. Bedauernswert ist, dass keine der drei Nein-Parteien schlüssig erklären kann, warum sie so rigoros gegen eine Quote ist und mit keinem Wort auf die differenzierten Ausführungen einer Zita Küng oder Regula Stämpfli eingeht. Der Vorstand des Vereins Hoi Quote zweifelt daran, ob man den beiden Referentinnen überhaupt zugehört hatte. Wir haben nicht viel erwartet, aber ein wenig mehr Nachdenklichkeit, ein wenig mehr Reflexion wäre in der Diskussion um die Quote hilfreich.
Gerne hätten wir deshalb, dass Günther Fritz ein paar Anschlussfragen zu seinem Interview beantwortet:
 Sind Frauen «soziale Gruppen, Interessenvertreter und Minderheiten»?
 Kann man erfahren, wie so ein «Rekrutierungsprozess» in der Realität ausschaut? Vielleicht gibt es bei der VU einige Best-Practice-Beispiele? Vielleicht könnten sich andere Parteien eine Scheibe abschneiden?
 Was tut die VU dafür, dass die Gleichstellungspolitik nicht weiterhin Stillstand erfährt? Uns sind keine Motionen oder andere Anfragen bekannt.
Demokratie ist kein Ponyhof und Frauen keine Minderheit, die nach einem Betreuungsplatz suchen. Vielleicht sollte man deshalb in Zukunft nicht von Frauenförderung sprechen, sondern von politischer Förderung.

Vorstand des Vereins Hoi Quote

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