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Leserbrief

Eine Brücke als Präsentationsobjekt

Herbert Beck,Dorfstrasse 118, Planken | 27. September 2017

Jubiläumshängebrücke

Im Beitrag vom 12. September haben die Befürworter der Hängebrücke geschrieben: «Dort, wo Oberland und Unterland aufeinandertreffen, soll eine Hängebrücke gebaut werden.» Diese Aussage ist für nicht Ortskundige irreführend. Grenzen doch das Unterland und Oberland vom Rheindamm bis zum Sarojasattel über viele Kilometer aneinander. Eine neue Fusswegverbindung von Nendeln nach Planken zu realisieren, ist unnötig, denn die gibt es bereits.
Die wohl wichtigste Verbindung für die Plankner war bis zur Motorisierung der «Nendlerweg». Dieser Weg war für die Plankner in Richtung Unterland und Feldkirch von gros­ser Bedeutung. Eine weitere Verbindung besteht vom Sägaweiher über das Vaduzer Dachseck nach Planken. Damit die Querung der Grabensohle für alle einfacher ist, wird eine Holzbrücke rund 150 Höhenmeter über der geplanten Hängebrücke erstellt. Die Wiederlager jedenfalls sind bereits betoniert. Auch dieser Weg hat seine Bedeutung. Wurde doch das Wasser aus dem Grosslochbach über eine Leitung in den Sägaweiher abgeleitet, um genügend Wasser für die Stromproduktion zur Verfügung zu haben.
Es besteht also schon lange die Möglichkeit einer Rundwanderung – von Nendeln zum Sägaweiher, von dort weiter nach Planken, dann über den Nendlerweg zurück nach Nendeln; und dies über historisch wertvolle Wegstücke.
Das Gebiet «Tüfloch» ist ein sehr wertvoller, naturbelassener Lebensraum für verschiedene Tierarten. Dabei geht es nicht nur wie immer erwähnt ums Schalenwild, sondern auch um nicht jagdbare Tiere. So lebt und brütet in diesem Biotop der Uhu, unsere grösste Eulenart. Gerade der Uhu ist auf einen ungestörten, intakten Lebensraum angewiesen.
Eine neue Fusswegverbindung über eine Hängebrücke vom Unterland ins Oberland ist wie erwähnt unnötig. Die Hängebrücke verschandelt eine intakte Landschaft und mit dem Weg zusammen wird ein von Natur aus ruhiges, wertvolles Biotop zerstört. Leider können sich die betroffenen Tierarten nicht selber wehren. Dafür brauchen sie «Anwälte», die für ihren immer enger werdenden Lebensraum einstehen.

Herbert Beck,
Dorfstrasse 118, Planken

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