Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Volksblatt Werbung
Leserbrief

Parteipräsidenten und die Quote

Karin Jenny,Untere Rüttigasse 5, Vaduz | 27. September 2017

Seit der Veranstaltung des Vereins Hoi Quote weiss ich, dass diese Liason auf schlechten Beinen steht. Das Interview mit Günther Fritz gibt mir nun den Rest. D. h., er bestätigt ja nur, was er an der Veranstaltung wortreich zu erklären versuchte.
Es ist, wie Zita Küng sagte: Wenn die Parteipräsidenten auf dem Justamentstandpunkt stehen, dass Quote Quatsch ist, dann braucht wirklich keiner damit zu drohen, dass eine Volksabstimmung über die Quote bachab gehen würde. Es wäre vornehmste Aufgabe der Parteien, alles, aber auch wirklich alles zu tun, damit wir einen Schritt weiterkommen. Der Vergleich mit «anderen sozialen Gruppen» hinkt massiv, Frauen sind nicht irgendeine soziale Gruppe oder Minderheit. Genauso wenig wie es Männer sind. Mit Männern und Frauen sind gleichzeitig alle sozialen Gruppen subsummiert.
Die Angst vor der Quote ist unerklärlich, ist die Quote doch nichts anderes als ein Instrument, um Gleichstellung über einen gewissen Zeitrahmen herzustellen. Um ein Bild aufzuhängen, brauchen kleinere Menschen eine Leiter und gross gewachsene eben nicht. Es geht darum, dass ein Bild hängt und dazu braucht es dementsprechende Bedingungen.
Ein Bonussystem für jede Frau, die auf die Liste kommt? Sorry, aber es ist die erste Pflicht der Volksvertreter, das Volk zu vertreten. Wenn die grössere Hälfte des Volks praktisch nicht vorkommt, versäumen es die Parteien, sich Lösungen zu überlegen, die zum Ziel führen. Man hatte bei Gott nicht den Eindruck, dass es den Parteien ein aufrichtiges Anliegen ist, Frauen zu fördern und zu fordern. Einzig die Freie Liste konnte der Quotenregelung etwas abgewinnen. Warum kann sich die VU nicht allein mit der Freien Liste mit der von ihr vorgeschlagenen Lösung einer Enquete einigen? Warum braucht es da alle vier Parteien? Wenn wir darauf warten, dass sich alle vier Parteien einig sind, dann brauchen wir nicht 100 Jahre, sondern eine ziemliche Strecke länger, bis sich etwas ändert.
Es ist bezeichnend, dass das Problem ständig an die Frauen delegiert wird. Frauen sollten, Frauen müssten ... alle vier Jahre greift die Partei zum Telefon und im Übrigen haben Frauen nichts zu sagen. Da wird es auch nicht viel nützen, wenn man sie fünfmal anruft statt wie bisher einmal. Im Gegenteil, wenn es eine Frau der Gegenpartei ist, wird alles versucht, sie lächerlich zu machen. Siehe «Sapperlot» in der Ausgabe vom 26. September 2017. Das fördert das Interesse der Frauen gewiss nicht.
Noch ein letzter Punkt, zur Abschaffung der Stabsstelle. Sie werfen dem Ministerium für Gesellschaft vor, die Stelle abgeschafft zu haben. Ich bin bei Gott keine Freundin des Gesellschaftsministers, aber eingeläutet, und zwar kräftig, hat die Abschaffung der damalige Regierungschef Tschütscher, den unangenehmen Rest überliess er der Nachfolgeregierung. Dies nur zur Erinnerung.

Karin Jenny,
Untere Rüttigasse 5, Vaduz

Teile diesen Leserbrief mit deinen Freunden

Leserbrief schreiben

Wie denken Sie darüber?
Titel
Text 0 / 2500 Zeichen
Weiter
Volksblatt Werbung