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Leserbrief

Bessere Hochwassersicherheit mit Rheinaufweitungen?

Othmar Züger,Auelegraben 32, Triesen | 26. September 2017

Rheinaufweitung

Vor genau 90 Jahren kam es zur letzten grossen Rheinkatastrophe, bei der grosse Teile des Unterlands überschwemmt wurden. Heute wird aber kaum von den seither solches Unheil verhindernden Rheindämmen gesprochen, sondern im Gegenteil, Flussaufweitungen werden als wünschenswert dargestellt. Alle würden davon profitieren, von «traumhaften» Naturlandschaften ist die Rede, und kein Kulturland würde verloren gehen oder würde einfach durch Waldrodungen kompensiert, auch der Hochwasserschutz würde damit verbessert. Unsere Vorfahren hätten es einfach übertrieben mit dem Einengen des Rheinbetts zugunsten des Landwirtschaftslands. Dass in der damaligen Zeit das karge Auskommen grad knapp für die Ernährung der Bevölkerung reichte, geht im heutigen Wohlstand völlig vergessen, zu dem unsere Vorfahren den «Grundstein» am Rhein(damm) gelegt haben.
Gemäss Untersuchungen scheint der damals gebaute Rheindamm in Abschnitten auf Liechtensteiner Seite bei äusserst seltenem Extremhochwasser eine mangelhafte Dichtheit aufzuweisen und könnte ungenügend vor Überflutungen schützen. Das hat wenig mit einer «Alterung» des Damms zu tun, sondern vielmehr mit den damaligen Bautechniken und den zur Verfügung stehenden Baumaterialien, die zur Hauptsache direkt aus dem lokalen Rheinbett gewonnen werden mussten. Heute wird argumentiert, dass mit einer Flussaufweitung die Hochwassersicherheit erhöht werde, weil das wesentlich breitere Flussbett dem Hochwasser mehr Platz liesse und rückversetzte, neue Dämme dichter gebaut würden. Dies wird unbestreitbar so sein. Nur, in einem Flusslauf wird die Hochwassersicherheit nicht durch die breiten Flussabschnitte bestimmt, sondern durch die engsten Abschnitte, durch die sich Hochwassermassen zwängen müssen. Diese liegen aber in Bereichen der Flussabschnitte mit heutigen Rheindämmen. Bei der favorisierten Aufweitung oberhalb der Eschner Au werden die bestehenden Rheindämme als sehr solide eingestuft, genau diese müssten aber dieser Flussaufweitung weichen. Die Notwendigkeit der Sanierung der Rheindämme in den Abschnitten mit geringerer Dichtheit ist schon Jahre bekannt. Diese liegen im Bereich von Triesen, in Vaduz nördlich des Stadions, weiter nördlich von Schaan, und von Ruggell bis zur Landesgrenze bei Bangs.
Anstelle von grossflächigen und kostspieligen Flussaufweitungen sollten die Sanierungen dieser Rheindämme zielgerichtet angegangen werden. Damit würde die notwendige Hochwassersicherheit entlang des Rheins erhöht, und nicht mit einzelnen Flussaufweitungen.

Othmar Züger,
Auelegraben 32, Triesen

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