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Leserbrief

Kampf der Giganten

Agnes Dentsch,Poliweg 12, Ruggell | 21. September 2017

Gesundheitswesen

Mit Sorge verfolge ich die Geschehnisse in unserem Gesundheitswesen. Der «Kampf der Giganten» Landesspital und Medicnova ist in vollem Gange. Je mehr Patienten, desto mehr Einnahmen. Jetzt wird es gefährlich für die Patienten. Bei einer Einwohnerzahl von circa 38 000 kommen circa 20 000 Patienten infrage. Werden die jetzt alle durchoperiert, damit die Kliniken schwarze Zahlen schreiben?
Nicht alle Patienten können im Land behandelt werden, das Land ist viel zu klein. Schwere und komplizierte Krankheiten werden sowieso in qualifizierten Zentralspitälern mit Notfallteam (24-Stunden-Anwesenheit und Intensivstation) behandelt. Den unfallchirurgischen Notfalldienst der Medicnova, die keine Notfallklinik ist, von 7 bis 19 Uhr inkl. provisorischem Helikopterlandeplatz anzubieten, ist wohl ein Witz, oder? Das ist auch nur in unserem Land möglich. Es entstehen hier drei Kostenstellen: der Hausarzt, der überweist; sie haben kein MRI, also ab nach Grabs, nächste Kostenstelle; und zum Schluss zurück in die Medicnova, die Ärzte als dritte Kostenstelle. Wer macht so eine «Rundreise» als Patient mit, wenn er Schmerzen hat? Dann muss ich mich auch noch telefonisch voranmelden? Und wo ist die Qualifikation dafür?
Patienten bzw. Prämien- und Steuerzahler sind verunsichert, sie sind die eigentlichen Opfer in diesem «Kampf der Giganten».
1) Wir bräuchten für die Grundversorgung ein Spital an einem anderen Standort ohne Luxus (es braucht keine Suite). Es braucht eine Infrastruktur, die der europäischen Norm entspricht.
2) Wir bräuchten eine gute Zusammenarbeit mit den umliegenden Spitälern. Das Spital Grabs «rüstet» auf, die Qualität ist auf dem höchsten Niveau. Können das LLS und die Medicnova mithalten?
3) Es bräuchte eine Anlaufstelle für Patienten, wo sie sich – unabhängig von den Ärzten im Land – beraten lassen können über Diagnosen, Operationen und Medikamente.

Agnes Dentsch,
Poliweg 12, Ruggell

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