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Leserbrief

«Jubiläums-Windrad wäre sinnvoller»

Hans Frommelt,Gapont, TriesenWalter Schädler,Landstrasse, Triesen | 20. September 2017

Jubiläumshängebrücke

Das Jubiläumsprojekt Hängebrücke oberhalb Nendeln soll innovativ sein und die 11 Gemeinden verbinden. Solche Wanderer-Hängebrücken wurden in den Alpen schon zu Dutzenden realisiert und viele, praktisch vergleichbare Projekte, sind derzeit in der Schweiz, Italien, Frankreich und Österreich projektiert. Bei solchen Wanderer-Hängebrücken in den Bergen geht es um die Sicherheit der Bergsteiger und Erreichbarkeit der Bergschutzhütten bei miserablen Wetterverhältnissen. Wenn der Wind in alpinem Gelände durch die Seile pfeift und nur für Tiere hörbare Ultraschallfrequenzen erzeugt, so wird das Territorium von Rehen, Hirschen, Gemsen etc. kaum eingeschränkt, im Gegensatz zur projektierten Wanderer-Hängebrücke mitten im Nendler-Plankner-Wald. Die Frage sei erlaubt, ob die investierten Projektkosten von 1,2 Millionen Franken uns auch etwas bringen werden – ausser Kosten?
Ein Wanderweg durch Liechtenstein verbindet, ohne Zweifel.
Solche Wanderwege, auch Strassen, gibt es bereits zur Genüge und man muss sich schon fragen, ob da ein innovativer Gedanke dahintersteckt, wenn die bestehenden Wanderwege mit einer einzelnen Brücke ergänzt werden?
Alle Liechtensteiner und Einwohner Liechtensteins sind aber auch über das Telefonnetz, das Mobilfunknetz und über das Stromversorgungsnetz miteinander verbunden. Ein Jubiläumsprojekt soll in die Geschichte eingehen. So war es bei der Inbetriebnahme des Lawenakraftwerkes im Jahre 1928, auch mit der Inbetriebnahme des Saminakraftwerkes im Jahre 1948. Die damaligen Politiker haben viel gewagt mit dem Bau der beiden Kraftwerke. Man wollte, nach den Kriegsjahren 1914/18 und 1939/45, strommässig unabhängig vom Ausland sein. Über viele Jahre war man Stromexporteur.
Die Fotovoltaik bzw. der Strom von der Sonne hat sich bei uns etabliert. Wir sind «Weltmeister» im Montieren von Solarzellen.
Die Windnutzung zur Stromproduktion ist wohl der nächste Schritt, welchen wir angehen sollten. Obwohl der Standort oberhalb Nendeln im Vergleich zu Ans, Alp Lida und dem Neugueter in Balzers nicht so viel Strom bringt, wären die 1,2 Millionen Franken dennoch besser investiert als in ein Wander-Hängebrücken-Duplikat, wie sie derzeit überall in den Alpen montiert werden.
Über das LKW-Stromverteilnetz könnten alle ein wenig kostenlosen Strom von einem «Jubiläums-Windrad» beziehen und ein weiterer Markstein bei der Stromversorgung Liechtensteins wäre gelegt. An ein solches, erstes Windrad würde man sich noch nach Jahrzehnten erinnern, insbesondere auch darum, weil auf der Stromrechnung dauernd ein wenig Gratis-Windstrom deklariert wäre.

Hans Frommelt,
Gapont, Triesen
Walter Schädler,
Landstrasse, Triesen

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