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Leserbrief

Kostenbefreiung bei Mutterschaft

Herbert Elkuch,Landtagsabgeordneter | 19. September 2017

Entlastung

Liebe Helen von der Freien Liste, in Deinem «Liewo»-Beitrag vom 17. September 2017 zur Motion «Kostenbefreiung bei Mutterschaft» sind Dinge verwechselt. Bei der Initiative «Familie und Beruf» wären die Taggelder für Mutterschaft aus der Familienausgleichskasse (FAK) genommen worden. Arbeitgebern wären jährlich rund 6,5 bis 9 Mio. Franken aus der FAK zugeflossen. Hingegen bewirkt die eingereichte Motion eine direkte und gezielte Unterstützung von Familien in Liechtenstein. Angestrebt wird eine Kostenbefreiung für die Franchise und die 20-%-igen Selbstbehalte zwischen der 13. Woche und 10 Wochen nach der Niederkunft bei Mutter und Kind, die in der obligatorischen Kranken-Pflegeversicherung (Krankenkasse) anfallen können.
Zu Deiner Äusserung, in der Vergangenheit hätten verschiedene Gruppierungen dieses Anliegen bei der Regierung deponiert: Meines Wissens ist der einzige parlamentarische Vorstoss zur Kostenbefreiung bei Mutterschaft im Jahr 2015 von mir gemacht worden. Damals beantragte ich, im Krankenkassengesetz einen Absatz einzufügen, der im Wortlaut dieser Motion entsprach. Die Freie Liste stimmte damals geschlossen gegen den Antrag, der sowohl die traditionelle als auch alle übrigen Familienmodelle gleichermassen unterstützt hätte. Erfreulich wäre, wenn die Freie-Liste-Fraktion in dieser Legislatur auch Familien mit mehreren Kindern entgegenkommt, für die eine subventionierte Kita zu teuer ist. Oder solchen Familien, welche die Betreuung ihrer Kinder nicht in andere Hände geben möchten, weil sie überzeugt sind, dass vor allem in den ersten Lebensjahren die Betreuung durch die Eltern das Beste für das Kind ist.
Deine Bedenken zur ungesicherten Finanzlage kann ich entkräften. Im Jahr 2015 kamen 325 Kinder zur Welt. Bei Weitem nicht alle Mütter brauchen im Zeitraum der Niederkunft medizinische Behandlungen, die nicht im Zusammenhang mit der Mutterschaft stehen. Wenn jedoch wegen notwendigen medizinischen Behandlungen in der Zeit der Niederkunft unerwartet eine Rechnung der Krankenkasse eintrifft, mit 20-%-iger Kostenbeteiligung an den Behandlungskosten und noch Franchise-Kosten bis zu mehreren Tausend Franken, kann dadurch für eine junge Familie mit wenig finanziellen Rücklagen eine finanzielle Notlage entstehen. Für die Gesamtheit der rund 39 500 Versicherten sind diese wenigen Fälle eine verschwindend kleine Belastung, für die betroffene Familie aber eine grosse Unterstützung und auch eine finanzielle Absicherung.

Herbert Elkuch,
Landtagsabgeordneter

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