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Leserbrief

Bald schlägt es vierzehn

Martin Büchel,Poliweg 6, Potsfach 17, Ruggell | 14. September 2017

Post AG

Unser «Gelber Riese», in Wirklichkeit ein Kleinstzwerg mit Schuhgrös­se null Komma Eugen, hat sich unter seiner viel zu grossen Zipfelkappe, hinter seinen sieben Bergen, über welche er längst den Überblick verlor, wieder einmal etwas besonders Hirnrissiges ausgeheckt. Eines Tages hatte unser kleiner Zwerg wahrscheinlich zu viel Türkenriebel mit Holdermus gefressen, was ihm in die Knochen und in die Weichteile seines kleinen Köpfleins gefahren ist. Und dann, den Wanst gefüllt und die Sinne im Schein verstärkt, in Tat vernebelt, krabbelte er über die Berge ins ferne Ausland, wo man ihm ruckzuck 14 Millionen Franken Krabbelgebühr, welche er unter seiner grossen Zipfelkappe versteckt hatte, einfach abgenommen hat. Um dieses «Abhandengenommene» wieder wettzumachen, krabbelte er schnell nach Hause zurück und kaufte sich eine riesengros­se Maschine, welche ihm fortan die Brieflein sortieren müsse. Darob entstand alsbald im ganzen Zwergenreich eine riesengrosse Freude und man staunte, als man sah, dass diese Maschine die Post des ganzen Reiches in nur vierzehn Minuten sortiert. Nun mussten die übertölpelten Briefträger nur noch die Post aus den Dörfern nach Schaan karren, durch die Maschine pfeifen lassen, dann wieder in die Briefkästen hineinbuxieren. Leider ging diese Zwergenrechnung nicht auf und so wuchsen unter der Zipfelkappe keine neuen 14 Millionen heran, sondern Schuppen, Läuse und anders Getier machen sich dort heimisch und Kopfhaut samt Haarfollikel des Zwerges fing an zu jucken. Aber der schlaue Zwerg sann auf Abhilfe und er fand diese in seiner, ihm als halbstaatlicher Betrieb eigenen Triebhaftigkeit eines Beutelschneiders. Und so schickte er frohgemut einen Grundsatzbefehl an alle Postfachbesitzer, dass diese nun dafür, dass man ihnen die Post nicht nach Hause bringen muss, auch noch kräftig zu zahlen hätten.
Um es in der Zwergensprache auszudrücken: Wenn ich einen Brief auf die Post bringe, dann zahle ich dafür genug Porto. Dass die Post mit ihren unzähligen Managern mein Portogeld in allerlei Klump und Doria, mit Umzugservice, mit Papeterie, mit Sonnenbrillen und Kaugummiklump, mit Ein- und Auslagerzeugs und weiss Gott was noch alles verplempert, ist nicht mein Problem und ich will diesen Firlefanz auch nicht mit meinem Postfach quersubventionieren. Es ist ja traurig genug, dass wenn ich die neuen Briefmarken haben will, diese nicht einmal am Postschalter kaufen kann, sondern dafür nach Schaan hinauf zur Philatelie fahren muss.

Martin Büchel,
Poliweg 6, Potsfach 17, Ruggell

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