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Leserbrief

Unser gemeinsamer Weg

Bürgermeister und Vorsteherder liechtensteinischen Gemeinden | 12. September 2017

Jubiläumsbrücke

Liechtenstein kann 2019 sein 300-jähriges Bestehen feiern. Die wechselvolle Geschichte während dieser langen Zeitspanne hat das Land und seine Menschen geprägt. Gemeinsame Wurzeln und ein gemeinsamer Lebensraum verbinden. Die liechtensteinischen Gemeinden möchten dieses Gemeinsame im Jubiläumsjahr zum Ausdruck bringen. Im Vordergrund stehen die Pflege unserer Gemeinschaft und die Dankbarkeit, dass wir als kleiner, eigenständiger Staat 300 Jahre überdauert haben und heute opti-mistisch in die Zukunft blicken dürfen.
Der Zusammenhalt in Liechtenstein und das uns Verbindende machen ein wichtiges Stück Liechtenstein aus. Für die Gemeinden, die zusammen das liechtensteinische Staatsgebiet bilden, steht deshalb das 300-Jahr-Jubiläum ganz stark im Zeichen des Miteinanders. Der geplante Wanderweg, der durch alle Gemeinden des Landes führt und sie über grösstenteils bereits bestehende Wege miteinander verbinden soll, drückt das Miteinander und eine grosse Heimatverbundenheit aus. Die Gemeinden möchten der Bevölkerung zum denkwürdigen Jubiläum ganz bewusst etwas Bodenständiges und Bleibendes schen-ken. Der Wanderweg soll im übertragenen Sinn an unseren bisherigen gemeinsamen Weg als Staat erinnern, und es soll in Anlehnung daran zum Jubiläum ein Weg entstehen, den nur alle Gemeinden des Landes zusammen möglich machen können.
Dort, wo Oberland und Unterland aufeinandertreffen, soll als Bindeglied eine auch mit Kindern begeh-bare Jubiläumsbrücke über die Schlucht nördlich von Planken führen. Die vorwiegend aus Kreisen der Jägerschaft ergriffenen Referenden in Vaduz und Balzers richten sich gegen den Standort der Brücke mit der Begründung, dass es sich um einen massiven Eingriff in die Natur handle und der Lebensraum der Wildtiere weiter eingeschränkt werde. Dazu haben der Bürgermeister und die Vorsteher des Landes eine klare Haltung: Gerade weil wegen der räumlichen Nähe der Lebensräume menschliche Aktivitäten häufig mit Belangen von Natur und Wildtieren in Berührung kommen, müssen in jedem Einzelfall die verschiedenen Nutzungsinteressen mit Sensibilität, aber auch mit Augenmass sorgfältig abgewogen werden. Die Schaffung eines durchgängigen Wanderwegs, wofür eine Hängebrücke und ein kleines, noch fehlendes Wegstück auf Plankner Seite notwendig sind, als massiven Eingriff in die Natur zu bezeichnen, wird dem Jubiläumsprojekt nicht gerecht. Schon heute führen Wanderwege durch den Lebensraum der Wildtiere beziehungsweise durch die in übergeordneten Planungen als Kernlebensraum bezeichneten Waldgebiete und dienen den erholungssuchenden Menschen. Der Brückenstandort ist weder in den Inventaren für schützenswerte Lebensräume, Landschaften und Naturdenkmäler enthalten noch sind dort Wildruhe- bzw. Winterruhezonen ausgeschieden.
Die Gemeinden stellen der Bevölkerung im Vorfeld der beiden Abstimmungen in Balzers und Vaduz Da-ten und Fakten zum Jubiläumsprojekt auf der Internetseite www.jubilaeumsbruecke.li zur Verfügung.

Bürgermeister und Vorsteher
der liechtensteinischen Gemeinden

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