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Leserbrief

VP Bank: Störende Lohnerhöhung

Georg Kieber,Binzastrasse 6, Mauren | 14. Mai 2016

Moecklis Gehalt

Im Zusammenhang mit seinem Austritt aus dem Verwaltungsrat der VP Bank an der Generalversammlung vom 29. April 2016 erwähnte Dr. Guido Meier, dass in den Gründerjahren der Bank vor 60 Jahren noch Kühe durch Vaduz getrieben wurden und vermittelte so das Bild von der damals einfachen, anspruchslosen Bevölkerung. Das war damals. Heute liest sich in der Medienmitteilung der VP Bank über die GV der verschlüsselte Satz, auf dem Hintergrund «regulatorischer Vorschriften» sei das Verhältnis von fixer zu variabler Vergütung von derzeit 1:1 auf neu 1:2 angezeigt und beschlossen worden. In Zahlen übersetzt heisst dies: Der Vorsitzende der Geschäftsleitung (CEO, A.W. Moeckli) erhielt im Jahr 2015 einen Fixlohn von 700 000 Franken, einen zusätzlichen variablen Jahreslohn (1:1) von 700 000 Franken, und der Arbeitgeber zahlte für ihn in die Pensionskasse der Kaderversicherung weitere 138 000 Franken ein, ergibt eine Jahresvergütung von 1 538 000 Franken. Das war nicht genug, und daher wurde sein Einkommen durch die Änderung des Verhältnisses fixer-variabler Lohn auf neu 1:2 für ihn um weitere 700 000 Franken angehoben. (Welche zusätzliche Summe die Bank dadurch für das gesamte Kader aufbringen muss, ist auf Grund des Geschäftsberichtes nicht genau ersichtlich). Mit seinem Einkommen von nunmehr 2 238 000 Franken (ohne AG-Pensionskassabeitrag) verdient der CEO der VP Bank weit mehr als das Doppelte wie das höchstverdienende Mitglied der Geschäftsleitung der Liechtensteinische Landesbank AG und wohl etwa sieben Mal mehr wie der Regierungschef. Dieser Lohnsprung ist derzeit ein falsches Signal, nicht nur, weil die Banken ihren Kunden keine Zinsen zahlen (können), auf den Depots kaum Zuwachs verzeichnen, hingegen Gebühren nach oben anpassen; der Lohnsprung im Bankkader ist vor allem deshalb störend, weil in den produzierenden Betrieben auf Grund des schwierigen Umfeldes Lohnkürzungen vorgenommen werden mussten oder die Arbeitszeit bei gleichem Lohn verlängert wurde, die Banken nach unten Lohn- und Entlassungsdruck machen (sie reduzierten den Personalaufwand im Jahr 2015 um 12,7 Millionen Franken) und auch das Land, wo es Einfluss hat, der Notwendigkeit gehorchend, Druck auf Löhne, Renten und Tarife macht. Den ewig fordernden Begehrlichkeiten von ganz oben nachzukommen, ist derzeit nicht angebracht. Es ist störend, wenn für die Teppichetagen der VP Bank Beschlüsse gefasst werden, die provozierend demonstrieren, dass das, was sich da draus­sen in der gewöhnlichen Welt abspielt, sie nicht im Geringsten kümmert.

Georg Kieber,
Binzastrasse 6, Mauren

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