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Leserbrief

«Neues Geschäftsmodell für Anwälte?»

Agnes Dentsch,Poliweg 12, Ruggell | 10. Mai 2016

Patientenverfügung

In der «LieWo» und auch im Liechtensteiner Seniorenmagazin «60 Plus» wird wieder über die Patientenverfügung geschrieben.
Es geht um die a) verbindliche und b) beachtliche Patientenverfügung. Keines unserer Nachbarländer kennt diesen Unterschied, nur Liechtenstein. Sind denn die Menschen in Liechtenstein anders?
Die verbindliche Patientenverfügung erfordert einen Arztbesuch, einen Anwalt und Gerichtskosten für die Hinterlegung, die die Betroffenen selbst zahlen müssen. Zudem muss es alle fünf Jahre erneuert werden. Dieser Kostenaufwand wird in keinem der Artikel erwähnt. Da frage ich mich schon, ist das jetzt ein neues Geschäftsmodell für Anwälte? Vor ca. 2 Jahren fand man keinen Anwalt, der sich mit Patientenrecht auskannte, jetzt sind es plötzlich ca. 40 Anwälte, die sich mit Ärztehaftplicht und Patientenrecht befassen. Oder sind das Zusatzkosten für die Ärzteschaft, nachdem ihnen die Tarife gesenkt wurden?
Unter der beachtlichen Patientenverfügung steht, dass deren Inhalt der behandelnde Arzt beachten muss, ist aber bindend, gegenüber den verbindlichen Patientenverfügung, welche dem Arzt keinen Entscheidungsspielraum lässt. Es wird also suggeriert, dass Ärzte nur eine verbindliche Patientenverfügung akzeptieren müssen. Das stimmt nicht, jede Patientenverfügung, welche vom Patienten datiert und unterzeichnet wird, ist rechtsgültig und für Ärzte bindend. Sie muss auch nicht alle fünf Jahre erneuert werden.
Die SPO (Schweizerische Patientenorganisation) bietet ebenfalls eine ausführliche (detaillierter als die von Liechtenstein) Patientenverfügung an. Kosten: 13 Franken – zu bestellen unter: http://www.spo.ch/bestellen/.
Was mich noch ärgert, ist, dass in den Altersheimen die Liechtensteinische (verbindliche) Patientenverfügung den Bewohnern einfach «verkauft» wird. Das nenne ich Geschäft mit den Senioren bzw. deren Ängste.

Agnes Dentsch,
Poliweg 12, Ruggell

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