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Leserbrief

Unsere neun Barrieren

Hans Frommelt,Gapont, Triesen | 4. Mai 2016

Bewachte Bahnübergänge

Alle Unfälle von Eisenbahnen werden von den staatlichen Behörden untersucht. Es geht da nicht um Klärung von Schuld- oder Haftungsfragen. Da sind die Gerichte zuständig. Bei solchen Untersuchungen geht es darum, dass künftige, mögliche Unfälle verhütet werden. Es geht auch darum, dass Gefahrensituationen eliminiert werden. Solche Unfalluntersuchungen erhöhen die Sicherheit im Alltag für uns alle. Vor ein paar Tagen hat die SUST, so wird in der Schweiz die Sicherheitsuntersuchungsstelle genannt, den Schlussbericht bezüglich der Kollision zwischen einem Zug und einem Auto in Sattel-Aegerie (Kanton Schwyz) veröffentlicht. Es ist üblich, dass die Schweizer Medien solche Schlussberichte wenigstens mit ein paar Worten publizieren. Die SUST hält fest, dass der Bahnübergang mit Barrieren gesichert war. Als der Zug den Personenwagen rammte, war die Barriere offen! Der Automobilist wurde schwer verletzt.
Die SUST stellte fest, dass die Kollision zwischen dem Zug und Auto unter anderem darauf zurückzuführen war, dass der Lokführer weder auf das «Warnung», noch auf das «Halt» der Ausfahrsignale reagierte. Gemäss der SUST sind solche Vorfälle keine Einzelfälle. So passierten in den vergangenen Jahren jährlich so zwischen 9 und 25 Kollisionen auf bewachten Bahnübergängen, gemeint sind Bahnübergänge mit Barrieren.
In Schaan und Nendeln gibt es insgesamt neun bewachte Bahnübergänge mit Barrieren. Vor rund 45 Jahren wurde seitens unserer Politik das Ziel gesetzt, dass sämtliche Bahnübergänge mit Barrieren durch Strassenüber- oder unterführungen ersetzt werden. Man begann in Schaanwald mit der Strassenbrücke nach Mauren, dann beim Fahrzeugbau Kaiser. In der Nähe des Bahnhofs Schaanwald wurde eine Unterführung zu einem Feldweg realisiert. Für Schaan hatte damals ein Ingenieursbüro verschiedenste Varianten für Strassenunterführungen Richtung Buchs und Bendern ausgearbeitet. Zwischenzeitlich gab es immer wieder Probleme und Unfälle an unseren bewachten Bahnübergängen, sowohl in Schaan als auch in Nendeln.
Wäre schön, wenn sich da ein paar designierte Landtagskandidaten und Regierungsratskandidaten nur ein wenig dafür einsetzen könnten, dass diese unhaltbaren Zustände nun endlich im Sinne eines aktiven Unfallschutzes bearbeitet wird, so wie der Anfang vor rund 45 Jahren gesetzt wurde.

Hans Frommelt,
Gapont, Triesen

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