Leserbrief

Abfallentsorgung gestern und heute

Johann Ott,untere Pradafant 5, Vaduz | 22. April 2016

Mittlerweile fast lautlos

Es ist noch nicht so lange her, da hörte man es schon von Weitem, an den Montagen und Donnerstagen in Vaduz, morgens um fünf, das Geräusch des Mercedes-Dieselmotors. Der Abfallwagen kommt. Sein Motor rasselt zuverlässig und unverkennbar nach der kraftvollen Arbeit seiner Ventilspiele. Es folgt das Geheul einer Hydraulikpumpe, gefolgt vom Gepolter schwerer Bleche. Die Ladung wird zusammengepresst. Dann wird beladen und weitergefahren bis ans Ende der Sackgasse. Von dort muss zurückgefahren werden mit Gepiepse, das sein muss, damit alles Leben mit Schuhnummern zwischen Maus und Elefant hinter die Häuser verschwindet, weil ein gefährliches Ungetüm sich ungesehen nähert. Noch ist aber nicht Schluss. Es geht hinaus über den Kanal zum Bauernhof, aber zuvor mit Gepolter über die unerbittliche Verkehrsberuhigungsrampe, um ein paar Minuten später mit demselben Gepolter wieder zurückzukommen. Dann aber geht’s mit Vollgas hinauf ins steile Stück der Lochgass und verhallt für uns im nächsten Dorfviertel.
Man kann aber auch morgens um fünf wach im Bett liegen, ohne geweckt zu werden. Dann kommt jetzt ein Lastwagen fast unhörbar mit dumpfem Geräusch. Die Säcke und Kübel verschwinden fast lautlos im grossen Maul seines Hecks, der Wagen verschwindet so leise wie er gekommen ist. Verschwunden ist das unvermeidliche Gerassel und Gepolter. Ja, fast trauert man, nach den so vertrauten Geräuschen. Herzlichen Dank, Jürgen Beck und Deinen Mannen, Ihr habt Unvermeidliches vermeidlich gemacht!

Johann Ott,
untere Pradafant 5, Vaduz

Teile diesen Leserbrief mit deinen Freunden

Leserbrief schreiben

Wie denken Sie darüber?
Titel
Text 0 / 2500 Zeichen
Weiter