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Leserbrief

Seniorenbund zu den Leistungs-kürzungen bei der AHV, Teil 2

Teil 1 dieses Forumsbeitrags ist in der Samstagsausgabe des «Volksblatts» erschienen. | 11. April 2016

AHV-Reform

Es ist nicht so sehr der demografische Faktor, der unserer AHV zu schaffen macht, sondern die Tatsache, dass sich der Staat weiter aus der Finanzierung hinauszieht.
Damit beschreitet Liechtenstein genau den entgegengesetzten Weg zur Schweiz. Obwohl in der Schweiz bereits rund 25 Prozent der Einnahmen der AHV aus Beiträgen der öffentlichen Hand stammen (Beitrag Bund/Kantone, Mehrwertsteuerprozent etc.), ist dort geplant, die AHV mit weiteren Steuermitteln (durch Erhöhung der Mehrwertsteuer um 1 Prozent) zu stützen. Dies und die Erhöhung des Frauenrentenalters von 64 auf 65 Jahre reichen in der Schweiz aus, um die AHV zu sichern. Dies obwohl die Schweizer AHV in ihrem AHV-Ausgleichsfonds kein auch nur annähernd so dickes Polster hat wie Liechtenstein: Im Schweizer AHV-Fonds liegt gerade mal gut 1 Jahresausgabe (2014), im Gegensatz zum Liechtensteiner AHV-Fonds mit 11,2 Jahresausgaben (2014) bzw. immer noch 10,74 Jahresausgaben (2015).
In Liechtenstein stellte der Staatsbeitrag 13,2 Prozent (2014) bzw. aufgrund des Verlustes bei den Vermögenserträgen 20,4 Prozent (2015) der Einkünfte der AHV dar (obwohl in absoluten Zahlen der Staatsbeitrag im 2015 bereits um rund 9 Millionen Franken gesenkt wurde). Obwohl der Beitrag der Staates an die AHV in Liechtenstein bereits heute im Schnitt deutlich unter dem der Schweiz liegt, soll dieser Anteil weiter gesenkt werden, obwohl klar ist, dass aufgrund der ins Haus stehenden Erhöhung der Mehrwertsteuer unserer Staatskasse weitere erhebliche Steuermittel in der Höhe von ca. 20 Millionen Franken zufliessen werden. Wenn man bedenkt, dass in der Schweiz 2014 pro Rentner 4682 Franken aus Steuergeldern an die AHV abgeführt wurden, in Liechtenstein aber nur gerade 3202 Franken (2014) bzw. 2584 Franken (2015), erscheint es nicht gerechtfertigt und geradezu schäbig, wenn man den heutigen Rentnern, die diesen Fonds in den vergangenen Jahren aufgebaut haben, über weitere Minderung des Teuerungsausgleiches faktisch die AHV-Rente kürzen will.
Und auch den heutigen Arbeitnehmern werden durch Erhöhung der Lohnbeiträge indirekt die Leistungen gekürzt, was faktisch aber zum gleichen Ergebnis führt. Ihnen bleibt durch höhere Lohnabzüge weniger in der Lohntüte bzw. sie zahlen für ihre zukünftige AHV-Bezüge mehr ein, als zum heutigen Zeitpunkt.

Vorstand des
Liechtensteiner Seniorenbundes

Teil 1 dieses Forumsbeitrags ist in der Samstagsausgabe des «Volksblatts» erschienen.

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