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Leserbrief

LiStrom LändlePlus – Ein Bier-Vergleich

Mario Nescher,Schlattackerweg 4, Ruggell | 10. März 2016

Strompreise

Der Landtag beschäftigte sich wieder mit unserem staatsnahen Stromlieferanten. Frage 1 einer Kleinen Anfrage lautete: «Ist die Behauptung, dass die LKW im Vergleich zur EOF AG zu hohe Strompreise verlangt, richtig?»
Die Summe der Kosten für Energie, Netz und Abgaben ist regional auf vergleichbarem Niveau, zumindest bei günstiger Auslegung des Begriffs «regional». Mit einer längeren virtuellen Kabelrolle fänden sich bereits im Rheintal günstigere Steckdosen. Auffallend sind die Tarife des Wasserwerks Zug, auch nicht so weit weg, wenn man bedenkt, dass unser Strom viel weiter herumreist. Vielleicht könnte sich die LKW-Geschäftsleitung dort erkundigen, wie die Energiekosten tief gehalten werden können.
Netzkosten sind eine regionale Angelegenheit, je nach Versorgungsgebiet: Zug hat ein dichtes städtisches Netz, REPOWER liefert mit höherem Aufwand weit verteilt bis in abgelegene Täler. Abgaben sind teils regional, teils über die ganze Schweiz vorgegeben. Grundpreise wie Zählerkosten bieten einen gewissen Spielraum. Jeder Anbieter weist jedoch diese Angaben klar aus, er ist dazu verpflichtet. Systemdienstleistungen werden beispielsweise nie als Energiekosten verrechnet. Darum lässt sich auch der Energiepreis einfach vergleichen, da sollten zumindest keine verborgenen Zuschläge drinstecken.
Es sind alle Informationen greifbar, um die Strompreise der LKW mit denen der EOF und anderer Versorger zu vergleichen: Energie, Netz, Abgaben. Netz und Abgaben als lokale Komponenten können wir nicht von einem Ort zum anderen transferieren. Die müssen wir in der Höhe akzeptieren, wie sie der jeweilige Regulator (Energiemarktkommission) für gerechtfertigt befindet.
Elektrische Energie hingegen kann über Leitungen in ein anderes Netzgebiet geliefert werden und hat ihren eigenen Preis. Vergleichen wir es mit einem fest installierten Zapfhahn: das Bierfass dazu kann von irgendwoher kommen. Mit einem günstig eingekauften Bier sinken die Gesamtkosten – und die zählen.
Sicher darf ein Bierproduzent/Händler den Verkaufspreis festlegen, wie er will. Er kann teuer um die Ecke liefern und billig exportieren. Mit einer entsprechenden Mischrechnung geht es (vielleicht) auf. Doch warum sollte der Bierproduzent/Händler billig exportieren? Beispielsweise weil er zu viele und zu teure Zutaten eingekauft hat, die er unbedingt loswerden muss. Der Exporterfolg ist nur mit Dumpingpreisen realisierbar. Da er zu Hause durch ein staatliches Biermonopol (nur im Haushaltsbereich) geschützt ist, kann er die Preise dort hoch halten.
«Ist die Behauptung, dass die LKW im Vergleich zur EOF AG zu hohe Strompreise verlangt, richtig?» Ja.


Mario Nescher,
Schlattackerweg 4, Ruggell

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