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Leserbrief

Wir können uns das «Weltwoche»-Abo wieder leisten 3

Leopold Senti, Fuhraweg 38, Ruggell | 11. Februar 2019

Mein Bruder fragt mich meist nach so einer geschlagenen Schlacht: «Was hast du für dich selber daraus mitgenommen?» Das gliedert sich dann in zwei Rubriken. Persönliches und Allgemeines: Den allgemeinen Teil will ich hier beschreiben, als Hinweis für unsere Regierenden.
Liebe Regierung, ich halte einen Aufstand, eine Revolution in unserem Land jederzeit für möglich. Euer grosses Glück oder euer Geschick ist, dass ihr uns Bürger jeden an einem anderen Ort frustriert. (Ich habe hier schon eine lange Liste an Beispielen aufgeschrieben gehabt, bis ich merkte, dass ich allein dafür die 2500 Zeichen brauche, die mir als Normalsterblicher zustehen.) Zusammengefasst kann man sagen; was wir an Bevormundung, Gängelung, Behinderung und Abzocke von euch erdulden müssen. Ihr reisst uns die Nerven und das Geld immer nur in kleinen Tranchen und jedem bei einem anderen Posten aus. Das lässt euer System noch funktionieren. Was aber, wenn jemand auf die Idee kommt den Frust zu koordinieren? Deshalb hier einen Vorschlag für zukünftige Parteigründer. Ich bin der festen Überzeugung, dass in Liechtenstein Platz wäre, für eine wertkonservative Partei. Mit «wertkonservativ» meine ich eine Partei bei der man eine Aufnahmeprüfung machen muss, um aufgenommen zu werden. (Man müsste die 10 Gebote (nach Moses) die 4 Kardinaltugenden und die 7 Hauptsünden auswendig aufsagen können.) Wenn man dann noch ein Dutzend gerader Menschen zur Hand hätte, müssten die nur ein paar Tage durch die Gemeinden gehen und die Menschen nach ihren Problemen fragen. Sie müssten fähig sein zu erkennen, ob es sich beim je einzelnen um ein wirkliches Problem handelt oder nicht (welche Tugend ist das?) und müsste es ihm sagen wenn es nicht so ist (noch einmal, welche Tugend?). Wenn es ein wirkliches Problem ist, könnten sie ihm sagen: «Ich verstehe. Das Problem gäbe es gar nicht, wenn gut regiert würde. Ich werde es für dich erledigen.» Einmal gewählt, müssten sie sich an das Versprechen halten (sonst wäre das welche Sünde?). Ich weiss, es wäre im ersten Anlauf eine Partei für uns «Deplorabels». (Der Begriff, auf unsere Verhältnisse übertragen, meint jeden, mit weniger als 75 000 Franken Bruttoeinkommen und nur einem Pass.) Ich bin aber zuversichtlich, dass so eine Partei im ersten Durchgang auf 30 % der Stimmen käme (die Stammwähler sozusagen) und, mit etwas Geschick und Treue zu ihren Grundsätzen 4 Jahre später den Regierungschef stellen könnte.

Leopold Senti,
Fuhraweg 38, Ruggell

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