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Leserbrief

Zur Stellungnahme des VCL

Hans Frommelt,Gapont 8, Triesen | 12. Januar 2019

Der Verkehrsclub Liechtenstein VCL nahm Stellung zur Frage der Stromversorgung für sein Regionalbahnprojekt Liechtensteiner Oberland.

Vorgesehen sind 15 000 Volt AC auf dem SBB/ÖBB-Bahntrasse und 750 Volt DC auf der Strasse. Der VCL verweist auf eine Studie, wonach die SBB/ÖBB praktisch grünes Licht für die Mitbenutzung ihrer Schienen und Oberleitungen gegeben haben. Die Details können auf der VCL-Homepage nachgelesen werden, schreibt der VCL. Dort finden sich aber keine diesbezüglichen Zusagen. Wäre auch eigenartig, wenn die ÖBB den Weg für solche Zusagen über den VCL wählen würde.
Eine Zugkomposition, die sowohl mit 15 000 Volt AC als auch mit 750 Volt DC ab Oberleitung fährt, ist ein sehr kompliziertes System und kostet dementsprechend. Das Gleiche wäre mit Meterspur auf Grundlage der Rhätischen Bahn RhB praktisch 40 bis 50 Prozent billiger. Mit den eingesparten Kosten könnte man den direkten Anschluss an die RhB in Landquart bezahlen. Bad Ragaz wäre sicherlich nicht abgeneigt mitzumachen, wenn man direkt nach Zermatt, St. Moritz und Vaduz fahren könnte.
Die VCL-Stellungnahme zitiert involvierte Experten. So wird auf die BTG, Büro für technische Geologie, Sargans, und die SMA und Partner in Zürich verwiesen. Beide Firmen sind zweifellos kompetent auf ihren spezifischen Fachgebieten.
Die BTG können bestimmt ein Gutachten für einen eventuellen unterirdischen Bahnhof unter dem Schloss ausarbeiten und die zu erwartenden Kosten berechnen. Das kann kostengünstig, aber auch sehr teuer werden, wenn die Hohlräume ausbetoniert werden müssen. Das haben die LKW beim Kavernenbau im Zusammenhang mit dem Pumpspeicherkraftwerk Samina erfahren. Diese Kaverne ist unweit vom projektierten Tunnel. Es wäre nur fair und logisch, wenn dem Steuerzahler die auf ihn zukommenden Geologiekosten zugänglich gemacht werden. Kein Wort davon findet man auf der VCL-Homepage.
Die SMA und Partner ist eine Firma für die Eisenbahnsystemplanung. Sie entwickelt auch Software für die Fahrplangestaltung und Betriebsoptimierung, Störfallkonzepte, Businessanalysen, etc.
Mit rund 70 Mitarbeitern ist sie in 30 Ländern tätig. Die transparent gehaltene Homepage orientiert über durchgeführte Projekte, Aufgabenlösungen etc. bezüglich Eisenbahnsystemplanung. Man findet über die Homepage aber keine Informationen zum VCL-Bahnprojekt oder zur «FL–A–CH». Der Glaube daran fehlt, dass sich die SMA und Partner mit dem Bau einer neuen, rund 20 Kilometer langen Lokalbahn auf Ideen-ebene beschäftigt. Vielleicht habe ich etwas übersehen.
Dass die ÖBB-Verantwortlichen sagen «Gebt uns den Auftrag für eine Planung und wir erledigen den Rest», ist klar. Rechnung wird folgen. Zeigt aber auch, dass man die Sache nicht so ernst nimmt.
Wie gewohnt wird Paul Stopper als absoluter Spitzenexperte der Superlative zitiert. Googelt man nach «Paul Stopper», so liest man, dass seine Ideen und Projekte recht häufig nicht realisiert worden sind.

Hans Frommelt,
Gapont 8, Triesen

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