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Leserbrief

Referendum Blumenau: Wahrheiten und Spielregeln bitte einhalten

Für die Gemeinde TriesenGünter Mahl, GemeindevorsteherJürgen Negele,... | 11. Januar 2019

Eine Privatperson hat gegen die Sanierung und Erweiterung der Sportanlage Blumenau in Triesen das Referendum ergriffen und alle Einwohnerinnen und Einwohner Triesens persönlich angeschrieben. Binnen weniger Tage will die Privatperson die nötigen Unterschriften gegen das ausgereifte Projekt sammeln.
Im Schreiben, das an die Haushalte versandt wurde, sind einige Ungereimtheiten enthalten, die an dieser Stelle zu berichtigen sind.
1. Hohe Kosten: Der Referendumswerber stört sich an den hohen Kosten von 6,7 Mio. Franken (+/– 10 Prozent). Stellt man diese Kosten in den Vergleich zu den gebotenen Leistungen und Attraktivitäten, welche den Kindern, Jugendlichen, Familien und Senioren in Triesen für die kommenden Jahrzehnte zur Verfügung stehen werden, so fallen diese – im Vergleich zu Projekten in anderen Gemeinden und Städten – bescheiden aus. Wahr ist hingegen, dass die Kosten nicht zu unterschätzen sind und daher auf drei Jahresbudgets der Gemeinde verteilt werden.
2. Fehlende Multifunktionalität: Der Referendumswerber hält fest, dass der neuen und erweiterten Anlage die Multifunktionalität fehle. Wahr ist, dass die bestehende Anlage primär für Fussball und bedingt für Leichtathletik nutzbar ist, das erweiterte Freizeitzentrum aber verschiedenste Nutzungsmöglichkeiten für Familien, Kinder und Senioren bieten wird. Bei der Erarbeitung des Projekts wurde auf die Vielseitigkeit besonderes Augenmerk gelegt.
3. Ein Schnellschuss? Der Referendumswerber spricht von einem Schnellschuss. Dem sei entgegengehalten, dass das Projekt über mehr als zwei Jahre lang erarbeitet und entwickelt wurde. Dies unter Einbezug aller Nutzer, der Sportkommission, der Vereine und anderer Interessensgruppen. Diese breit aufgestellte Entwicklung als Schnellschuss abzutun ist nicht korrekt, zumal die Resultate des Projektwettbewerbs bereits im November 2017 öffentlich gezeigt wurden.
4. Noch vor den Wahlen? Der Referendumswerber kritisiert, dass das Projekt kurz vor Ablauf der Legislaturperiode bewilligt worden sei. Das ist richtig, denn jedes Projekt, das den Einwohnerinnen und Einwohnern zugutekommen soll, wird von einem verantwortungsbewussten Gemeinderat verabschiedet, sobald es ausgereift ist. Und dies ohne Rücksichtnahme auf Wahlen oder andere Termine.
5. Kein Verkehrskonzept? Der Referendumswerber bemängelt ein fehlendes Verkehrskonzept. Ein Solches ist auch nicht nötig, denn es werden keine neuen Parkplätze erstellt. Vielmehr ist das Projekt für die Triesnerinnen und Triesner, welche aufgrund der kurzen Distanzen die zusätzlich geplanten Fahrradabstellplätze nutzen werden.
6. Nähe zum Wohngebiet? Der Referendumswerber kritisiert die Nähe zum Wohngebiet. Als «Anrainer» (Luftlinie rund 70 Meter) mag das wohl ein persönliches Kriterium sein. Dennoch: Bei der Blumenau, welche seit Jahrzehnten an identischer Stelle beheimatet ist, handelt es sich um eine öffentliche Zone, welche der Bevölkerung Nutzen und Mehrwerte stiften soll. Mit dem neuen Projekt wird diese Zone für alle deutlich aufgewertet.
7. Verlorenes Kultur- und Ackerland? Der Referendumswerber behauptet, dass Acker- und Kulturland im Wert von 6 Millionen Franken verloren gehen. Diese utopisch hohe Summe kann nicht nachvollzogen werden. Zudem handelt es sich im Projektbereich um eine Zone für öffentliche Bauten und Anlagen, welche nun für alle Bevölkerungsgruppen genutzt werden wird, nicht nur monosportiv für Fussball.
Zu guter Letzt soll festgehalten werden, dass es sich bei einem Referendum um ein demokratisch legitimes Instrument handelt, das allen offen steht. Wichtig ist jedoch, dass sich auch Referendumswerber an Wahrheiten und Spielregeln halten, um die Demokratie auch fair zu gestalten. In verschiedenen Gesprächen wurde dem Referendumswerber das Projekt ausführlich und transparent erklärt.
Die Genehmigung der Sanierung und Erweiterung der Blumenau durch den Gemeinderat basiert auf einem ausgereiften, breit abgestützten und nun fertigen Projekt, welches der gesamten Bevölkerung Triesens Mehrwert für die kommenden Jahrzehnte bieten wird und zu einem beliebten Treffpunkt für Vereine, Schulen, Familien sowie der jungen und älteren Generation wachsen kann.


Für die Gemeinde Triesen
Günter Mahl, Gemeindevorsteher
Jürgen Negele, Gemeinderat
(Ressortinhaber Sport)

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