Volksblatt Werbung
Leserbrief

Argumente vs. Anekdoten

Signor Lemont,Im Pardiel 54, Schaan | 6. Dezember 2018

Die «Migrationsdebatte» zeigt vor allem auf, wie schwierig es ist, formal und sachlich zu bleiben. Viele Leute können das politische Thema der Migration nicht mit dem privaten Thema der Migration trennen. Für viele ist es ein und dasselbe. In Realität sind es zwei unterschied­liche Positionen zu vertreten. Ich, wir und alle, die wir kennen, sind Produkt von «irgendeiner» Form der Migration. Super. Und nun? ist das ein Argument? Rechtfertigt dies den UN GCM? Rechtfertigt dies, dass jeder auf der Welt dorthin migrieren kann, wohin er gerade will und sobald er oder sie dort angekommen ist, recht auf Anspruch der Dienstleistungen vom Gastgeberland hat? Es werden so schnell Schlüsse gezogen, dass man kaum mit sachlichen Argumenten hinterher kommt. Viele wollen auch einfach nur zeigen, wie «offen und tolerant» man gegenüber Migranten ist. Dabei missversteht man die Gegenargumente als «fremdenfeindlich» und «intolerant». Diese Sichtweise ist naiv und falsch. Das politische Thema der Migration sollte man gänzlich ohne Anekdoten diskutieren. Es ist egal, ob ich ein Migrant bin oder nicht, egal ob meine Familie eingewandert ist oder nicht, egal, ob ich auswandern möchte oder nicht. Wir müssen versuchen, das Thema anhand der Fakten und Tatsachen zu diskutieren. Wer hat die zu erledigenden Punkte des GCM überhaupt durchgelesen? Ich nehme an, die wenigsten, aber dazu geäussert haben sich die meisten. Wenn man den GCM nicht unterstützt, heisst es nicht, dass man sich gegen Migration stellt. Wer dies denkt, hat gar nichts verstanden und sollte sich nicht mit seinen langweiligen Anekdoten in die Öffentlichkeit wagen. Aussagen wie «Ohne Migration würde es mich nicht geben», «Mein Sohn wohnt in Los Angeles» oder «Dank Migranten sind wir keine klumpfüssigen Überbissidioten» sind keine Argumente und interessieren niemanden. Es ist traurig, wie wenig Substanz in den Leserbriefen ist, die eine Pro-GCM-Stellung nehmen. Von Hr. Ospelt, der «ausländisches Blut» angöttert bis zu Herrn Oehri, der meint, dass alles nur Angstmacherei des «rechten Mobs» ist, liest man eigentlich nur sentimentalen Schwachsinn und gefällige Anekdoten, wenn es um eine Pro-GCM Stellung geht.

Signor Lemont,
Im Pardiel 54, Schaan

Teile diesen Leserbrief mit deinen Freunden

Leserbrief schreiben

Wie denken Sie darüber?
Titel
Text 0 / 2500 Zeichen
Weiter
Liechtensteiner Volksblatt AG
© 2018, Alle Rechte vorbehalten.
Volksblatt Werbung