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Leserbrief

Neue Strategien

Agnes Dentsch,Poliweg 12, Ruggell | 6. Dezember 2018

Das LLS steht seit Längerem im Mittelpunkt des Interesses.
Es ist die Rede von neuen Strategien, Effizienz, Qualität und Unternehmenskultur. Es sind Wörter, die nicht auf Anhieb für alle verständlich sind. Es ist auch nicht der erster Versuch, das LLS in ein positives Licht zu rücken. Der neue Spitalbau wurde 2011 vom Volk abgelehnt, fehlende Strukturen zu teuer, zu viel Luxus. Dass das LLS veraltet ist, ist klar, aber wenn wir ein Spital wollen, muss investiert werden. Dazu meine Fragen:
1) Ist unser Landesspital mit den gleichen Leistungen, die in den Spitälern Grabs, Chur oder Feldkirch angeboten werden, wirklich konkurrenzfähig?
2) Warum sollten ausländische Patienten zu uns kommen? Was bietet das LLS mehr oder in besserer Qualität?
3) Soll jetzt die Geburtenstation wieder aufgebaut werden? Die bisherige Meinung des Verwaltungsrats war, dass die Geburtenzahlen im Land nicht hoch genug sind.
4) Was ist mit dem Rettungsdienst? Der Notruf 144 ist bei der Polizei angesiedelt, jedoch ohne Fachpersonal? Wo sind die ausgebildeten Nofallärzte für die 24-Stunden-Dienste?
5) Akutgeriatrie? Nicht effizient?
6) Fallzahlen effizient, aber woher soll der Zuwachs an Patienten kommen bei rund 40 000 Einwohnern? Ist es nicht naheliegend, dass man nun versuchen wird, viele Fallzahlen zur Effizienz zu «konstruieren» durch vermehrte Untersuchungen, Behandlungen und Operationen?
7) Was ist mit der Bedarfsplanung? Sollen noch mehr Ärzte angestellt werden? Ineffizient für das Spital. Gefahr der Mengenausweitung.
Vorschläge: Wenn schon ein neues Spital, dann nach internationalem Standard. Dazu braucht es ausgebildete Fachleute. Die fehlen. Ein LLS, welches nebst der Grundversorgung mit Angeboten, die es im Umkreis von rund 50 Kilometern nicht gibt und ausländische Patienten ins Landesspital «locken» könnten. Wie? Integration von Alternativmedizin, eine Wohlfühloase (Ruheraum mit Musik und viel Grün, helle Räume etc.), Reha-Abteilung, Beratungszentrum mit Fachpersonen, Apotheke, Mütterzentrum usw. Mehr Zeit für Gespräche mit Patienten über die Behandlung oder Operation hinaus. Gespräche zwischen Patient, Arzt und Pflegepersonal sind enorm wichtig für die Genesung. Das ist leider «Mangelware» in unserem Gesundheitssystem. Es kann sein, dass es für das Spital weniger effizient ist, aber es wäre sehr gut für das Image. Die Gesundheit des Patienten hat Priorität vor Gewinn.

Agnes Dentsch,
Poliweg 12, Ruggell

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