Leserbrief

«Entsprechen Gesetze der heutigen Situation?»

Hans Frommelt,Gapont, Triesen | 8. November 2018

Das «Vaterland» berichtete in der Ausgabe vom 7. November über das Konzept Wolf, vorgestellt vom Amt für Umweltschutz. Im Untertitel des Beitrags zum Wolfskonzept ist bereits alles gesagt. Die Nutztierhalter sind in grosser Sorge. Das Raubtier Wolf hat von Gesetzes wegen eine absolute Schutzstellung.
Weiters wird bemerkt, dass eine Abschussbewilligung erst erteilt wird, wenn ein Wolf innert vier Monaten 35 Nutztiere getötet hat. In 50 Tagen legte ein Wolf eine Strecke über 1500 Kilometer zurück, wurde beobachtet.
Zudem: Der Staat muss Schäden vergüten, sofern sich ein Wolf als Verursacher nachweisen lässt. Indirekt wird erklärt, dass schon Menschen vom Wolf angegriffen wurden. Soweit das Wesentliche.
In Anbetracht dessen, dass der Wolf ein Raubtier ist und dies in den Gesetzen auch so verankert ist, muss man sich schon fragen, ob die Gesetze der heutigen Situation entsprechen.
West- und Osteuropa waren bis ungefähr 1989 durch den eisernen Vorhang getrennt; dies waren damals meistens zwei bis drei parallel verlaufende meterhohe Metallzäune oder Betonwände, die sowohl für Menschen als auch Tiere ein praktisch zu 100 Prozent unüberwindbares Hindernis für Migrationen in den Westen waren.
Die Wölfe aus den riesigen Wald- und Wiesenflächen in Russland, Weissrussland und der Ukraine hatten damals wegen des «eisernen Vorhangs» keine Chance, um in den «Westen» einzuwandern.
Die gesetzliche Unterschutzstellung stammt aus diesen Zeiten, als es praktisch keine Wolfsmigrationen gab. Die Unterschutzstellung des Wolfs war damals eine reine Alibiübung.
Beim Konzept «Wolf Liechtenstein» muss dies beachtet werden. Der eiserne Vorhang mitten durch Europa, von Norden bis Süden, wurde niedergerissen und hat zum Glück vieles verändert. Bezüglich Wolf sollte deshalb auch die totale gesetzliche Unterschutzstellung des Wolfs niedergerissen werden und die Gesetze diesbezüglich eher an die Gesetze solcher Länder mit den riesigen Rückzugsflächen für Wölfe, wo er seit Hunderten von Jahren heimisch ist, angepasst werden. Die Unterschutzstellung des Wolfs ist ein westeuropäisches Phänomen und hat mit den heutigen Wirklichkeiten nichts mehr zu tun.


Hans Frommelt,
Gapont, Triesen

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