Leserbrief

BGZ Podiums- diskussion / Vertrauensfrage

Ludwig Schädler, Spennistrasse 43, Triesenberg | 8. November 2018

Lieber Rudi, zu deinem Leserbrief vom Freitag hier die angekündigte Fortsetzung, welche allenfalls hilft, Antwort auf deine Frage zu finden:
Der Vizevorsteher hat händeringend nach Ausflüchten und Rechtfertigungen gesucht und Versäumnisse zugegeben. Eine seiner Bemerkungen liess besonders aufhorchen, brachte er doch den BGZ-Verkauf gar noch mit dem Finanzausgleich in Zusammenhang, wonach das Land Triesenberg zu wenig finanzielle Mittel zukommen lasse.
Sollen die finanziellen Mittel nun etwa kurzfristig anderweitig beschafft und dazu die BGZ-Liegenschaft weit unter Wert abgegeben werden? Gibt es gar einen Liquiditäts-Engpass und herrscht Not? Dieser Eindruck wird vermittelt, wenn man zu seinen Aussagen noch im öffentlichen Gemeinderatsprotokoll vom 11. September 2018 wörtlich nachliest: «durch den Verkauf würde die Liquidität der Gemeinde unmittelbar gestärkt». Bisher hat die Gemeinde zu ihren Liegenschaften in der Dorfmitte geschaut und diese laufend vermehrt. Die jetzige Gemeindevertretung beginnt nun aber, sanierte und mit gutem Standard ausgebaute Liegenschaften in der Kernzone zu «Aktionspreisen» herzugeben.

Nicht zum BGZ, aber zur Vertrauensfrage noch Folgendes: Die jetzige Gemeindevertretung hätte gar mit der Nachbargemeinde Boden im Verhältnis 1:8 abgetauscht, wenn da nicht der Stimmbürger Einhalt geboten hätte.
Sie gab kürzlich den einzigen gemeindeeigenen Baugrund im Feriengebiet im Tausch gegen eine alte Liegenschaft im Hofibühel ab, zahlte noch an die 400 000 Franken drauf, obwohl ein Wohnrecht besteht und die Gemeinde die Liegenschaft nicht nutzen kann. Sie versucht, uns weiszumachen, der in der blauen Gefahrenzone liegende, steil abfallende Hofibühel sei für die Zentrumsplanung relevant. Nach Abschluss des Tauschhandels ist gar auf einmal der Geschäftsführer des mit dem Schätzungsgutachten beauftragten Unternehmens Eigentümer des vormaligen Gemeindegrundstückes im Kleinsteg. Seltsame Vorgänge sind das schon, oder «uf guat bärgarisch ischt das dar Bock zum Gärtner gmachat», es stinkt zum Himmel und all dies Tun nennen sie zusammengefasst gar noch «aktive Bodenpolitik».
Lieber Rudi, es ist dir überlassen, ob du dies alles als vertrauensbildend oder eher dubios empfindest. Wenn du weiterhin unschlüssig bist, so komm doch einfach mit dem Abstimmungszettel bei mir vorbei. Ich helfe gerne und mache das Kreuzchen an der richtigen Stelle – nämlich dort, wo Nein steht.

Ludwig Schädler,
Spennistrasse 43, Triesenberg

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