Leserbrief

«Clunia»: Sinnhaftigkeit und Bedarf?

Erich Hasler, Demokraten Pro Liechtenstein (DPL) | 8. November 2018

Beim Projekt «Clunia» in Nendeln geht es grundsätzlich um zwei Themen, nämlich um die künftige Stras­senführung und das Begegnungszentrum. Im Moment spricht alles dafür, dass die bestehende Strassenachse Feldkircherstrasse–Churerstrasse noch viele Jahre genutzt wird. Gemäss den Planern soll der Strassenraum eine hohe Aufenthaltsqualität aufweisen. Aber ist an einer sehr stark frequentierten Stras­se ein öffentlicher Aufenthaltsraum sinnvoll? Ich meine: Nein! Zudem wurde bereits mit dem Bau der neuen Turnhalle in Verbindung mit der Ausgrabungsstätte ein öffentlicher und wunderschöner Platz für Veranstaltungen geschaffen. Braucht es daneben noch einen weiteren? Ich meine Nein, denn der vorhandene Platz wird ja bereits kaum genutzt.
Mit dem Neubau der Turnhalle wurde eine entsprechend grosse Aula erstellt, die sich für öffentliche Veranstaltungen eignet. Diese bietet ausreichend Platz für Veranstaltungen der in Nendeln ansässigen Vereine. Somit stellt sich die Frage, für welche Nendler Vereine überhaupt Proberäume mit Bühne nötig sind. Für gemeinsame Eschner/Nendler Vereine gibt es in Eschen ausreichend Platz, wenn man gewillt ist, das vorhandene Raumangebot entsprechend zu nutzen. Nebenbei verfügt die Gemeinde Eschen auch noch über leerstehende Gebäude, die überhaupt nicht mehr genutzt werden. Zuerst müsste ein Plan für die vereinsübergeifende Nutzung der vorhandenen Räume her, bevor man an den Bau von neuen Räumen denkt.
Eines der Argumente für «Clunia» ist, dass die Harmoniemusik Eschen kein geeignetes Probelokal mehr hat und neu in Nendeln proben sollte. Dies kann jedoch bestenfalls eine vorübergehende Lösung sein, denn die Bereitschaft, auf immer und ewig in Nendeln zu proben (der Grossteil der Mitglieder stammt aus Eschen!), ist bei den Mitgliedern schlichtweg nicht vorhanden, auch wenn die Leitung anderes verkündet.
Die veranschlagten Baukosten belaufen sich auf 11,9 Millionen Franken. Dafür bekommt Nendeln u. a. 54 Parkplätze, die die grösste Zeit leer bleiben werden. Und warum redet niemand von den Folgekosten? Und gibt es tatsächlich keine sinnvollere Verwendung des Geldes mehr?
Alles in allem erscheinen die Argumente, die für «Clunia» sprechen, reichlich weit hergeholt. Auch ist es reine Phantasterei der Planer und verantwortlichen Politiker, wenn diese glauben, dass sich mit einem Gebäude ein belebtes (!) Dorfzentrum herzaubern liesse. Die gleichen Leute haben schon sehr viel Geld ohne jeden sichtbaren Erfolg in die Belebung des Eschner Dorfzentrums versenkt.

Erich Hasler,
Demokraten Pro Liechtenstein (DPL)

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