Leserbrief

Kifferhochburg statt Patientenbedarf?

Udo Meesters,Hofistrasse 42, Triesenberg | 10. September 2018

Erbärmlich, wie man einerseits den medizinischen Bedarf von Patienten und einen Kifferbedarf auf eine Ebene stellt. Erst jubelt Herr Pedrazzini als Gesundheitsminister «Dranabinol» hoch, bei dem der Unbescholtene nicht weiss, dass es ein Chemieersatz ist und in keiner Weise mit Hanföl zu vergleichen ist. Und nun die Angstaussage, dass man Liechtenstein nicht zu einer Kifferhochburg machen will. Eine kleine Belehrung von einem krebskranken «Nichtkiffer»: Die Hanfpflanze beinhaltet ätherische Öle, die bei vielen Krankheiten wie z. B. Parkinson, HIV, Krebs, Leukämie, Ostheoporose etc. als zusätzliche Behandlungsmethode (ohne Nebenwirkungen) in Colorado mit Erfolg eingesetzt werden. Je nach Krankheit bestimmt der CBD-Gehalt (Canabidoid) oder THC-Gehalt (Tetrahydrocannabinol) die Heilwirkung. Für einen Kiffer spielt der CBD-Gehalt keine Rolle, jedoch der THC-Gehalt. Je höher, je besser die Rauschwirkung. Unter anderem hat Cannabis die Eigenschaft, das eigene Immunsystem zu aktivieren und daran zu erinnern, dass etwas im Argen ist, damit es dagegen aktiv wird. Wieso immer wieder Cannabis mit Kiffen abgestempelt wird, ist nicht nur mir ein Rätsel. Cannabis für den medizinischen Bereich zu legalisieren, hat nichts, aber auch gar nichts mit Kiffen zu tun. Stigmatisierend ist nicht Cannabis, sondern das engstirnige Denken von Politikern, welche immer wieder den Kiffer in den Vordergrund stellen. Auch immer das Liebäugeln zum Nachbarn, was der macht (CH). Jeder Arzt weiss, dass Cannabis bei Patienten zum Teil bessere Wirkung zeigt, als viele Medikamente mit zum Teil gesundheitsschädlichen, starken Nebenwirkungen. Nur ein Arzt würde aufgrund der Gesetzeslage immer mit einem Bein im Gefängnis stehen, bereits schon dann, wenn er die Einnahme von Cannabis, gleich welcher Form, gegenüber dem Patienten befürworten würde. Nebenbei bemerkt würde die charmante Pharmaindustrie, wie es in Amerika bereits nachgewiesen wurde, immense Einbussen erfahren, da Cannabis der Pharma kein Geschäft bringt. Als legalisierte Medizin auf Rezept jedoch würde das dem Staat viel Steuern einbringen. Auch die Krankenkassen würden durch das Wegfallen überteurer Medikamente entlastet werden. Wer also etwas über die Wertigkeit von Cannabis im medizinischen Bereich erfahren will, sollte sich mal über die Erfolge in Colorado und der dortigen Handhabung erkundigen, statt weiterhin über das Kiffersyndrom zu diskutieren.


Udo Meesters,
Hofistrasse 42, Triesenberg

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