Leserbrief

Liechtenstein als das gute Kuba?

Ruth Schöb, Auring 57, Vaduz | 10. August 2018

Es gibt in Liechtenstein Ärztinnen und Ärzte, die Patienten kostenlos behandeln, weil die sich wegen der hohen Franchise und des Selbstbehaltes der Krankenkassen ansonsten keinen Arztbesuch und keine Behandlung leisten können – und das im reichen Liechtenstein. Was für diese Patienten fatale Folgen mit sich bringt, da sie oft viel zu spät zum Arzt gehen, wenn überhaupt. Im armen Kuba steht der Mensch im Mittelpunkt des Gesundheitssystems. In der Verfassung ist verankert, dass alle Menschen die gleiche und kostenlose Behandlung erhalten müssen, unabhängig von Hautfarbe, Geschlecht, Religion und Nationalität. Dieses einmalige Sozial- und Gesundheitswesen mit (früher) hervorragenden Ärzten wird über das Steuersystem finanziert. Es funktioniert hervorragend – in der Theorie! Propaganda! Leider sind die Strukturen mehr als marode! Wie wäre es, wenn das reiche Liechtenstein Nachahmer dieses Systems wird und sich damit erst noch weltweit profilieren würde? Mit dem grossen Unterschied, dass es bei uns funktionieren müsste! Wir sind nicht Kuba! Bedingung wäre vielleicht ein neues Steuergesetz, das dem Staat mehr Gelder zusätzlich beschert. Reichensteuer? Das komplett neue Image des Landes, das Menschen in den Mittelpunkt stellt und nicht Geld. Somit wären auch die zusätzlich geforderten 80 000 Franken Reisekosten der Ministerin Aurelia Frick vom Tisch. Ihr Repräsentieren des Landes wäre somit hinfällig. Da für die Feier «300 Jahre Liechtenstein» so verkrampft nach einem Symbol gesucht wird, man denke nur an den 1,2 Millionen teuren Jubiläumsweg und an die Hängebrücke, hätte auch die Suche ein Ende. Wäre doch ein komplett neues Gesundheitssystem mit dem Menschen im Mittelpunkt Geschenk und Symbol genug. Eine weitere Möglichkeit der Umsetzung dieser Besonderheit wäre sozusagen dieses grossartige Geschenk des Fürstenhauses an die Menschen in ihrem Land zur Jubiläumsfeier 2019! Immerhin ist dieses Haus mit etlichen Milliarden Europas reichste Adelsfamilie. Mit dieser völligen Umstrukturierung des leidigen Gesundheitswesens in Liechtenstein hätte das Fürstenhaus ein ganz neues Kapitel in der Zeitgeschichte aufgetan. Bestimmt würde die Bevölkerung zum Dank auch sofort ein Denkmal für ihren Fürsten Hans-Adam II. in Auftrag geben. Meine Vision und Fantasie hat ein wenig das Sommerloch der Zeitung gestopft. Der Anfang der Geschichte ist allerdings Tatsache!

Ruth Schöb, Auring 57, Vaduz

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