Leserbrief

Obacht vor der Lächerlichkeit

Jo Schädler, Eschnerstrasse 64, Bendern | 9. August 2018

In seinem Leserbrief vom Mittwoch zum Thema Tonausfall bei 1FLTV moniert Georg Kieber aus Mauren einen Leserbriefschreiber der sich als Zuschauer anmasste auf den Tonausfall hinzuweisen, um damit den Sender ins Lächerliche zu ziehen. Selber aber nimmt er es mit der Lächerlichkeit nicht so genau und desavouiert den Leserbriefschreiber auf die sehr unfeine, die persönliche Art. Er stellt ihn so perfide und dümmlich dar, dass er die ganze Nacht vor dem Fernseher ausgeharrt hätte, um das Dilemma des Senders auszuforschen und unterstellt ihm auch noch eine umständliche Schreibe zu besitzen.
Die Gunst der Stunde nutzt er weiter, darauf hinzuweisen, wie ärmlich dieser Sender sich durch den Weltenlauf dürsten muss. Er rechnet vor, dass dieser armen Unternehmung jährlich nur noch 19 000 Franken zur Verfügung stehen würden und er schreibt, dass es fast peinlich wäre, dass das Land hier nicht mehr Geld fliessen lässt. Weiter schreibt Kieber, dass ihm die zwar unliechtensteinische Bescheidenheit der FL1-Produktionen sehr sympathisch wäre, dennoch sollte der Staat mehr Geld zahlen.
Da stellt sich die Frage: Worum geht es dem Herrn Kieber aus Mauren? Den anderen ins Lächerliche zu ziehen um vor Lächerlichkeit zu warnen? Sein eigenes Denkmuster andern überzustülpen? Den Sender bescheiden zu halten, ihn aber mit mehr Geld ausstopfen? Oder dem Sender auf Kosten der Meinungsfreiheit zu helfen über die Runden zu kommen, damit dort weiter Sendungen über die Meinung der Bürger gemacht werden können, die er dann nach seinem eigenen Gusto der Lächerlichkeit preisgeben kann?
Konfuzius meinte dazu: Die ehrenwerten Spiessbürger sind gerade die Verderber der Moral.

Jo Schädler, Eschnerstrasse 64, Bendern

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