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Leserbrief

Darf es auch ein bisschen weniger sein?

Liechtensteinische Gesellschaftfür Umweltschutz LGU | 16. Mai 2018

Die Liechtensteinische Gesellschaft für Umweltschutz LGU veröffentlicht ihre Gedanken zur Zukunft der Liechtensteiner Energie- und Klimapolitik in einem detaillierten Positionspapier.
•Es besteht dringender Handlungsbedarf: Nach der Halbzeit der Liechtensteiner Energiestrategie 2020 ist klar, dass nur im Hinblick auf die Erreichung der Energieeffizienz-Ziele aufgeatmet werden kann, wie der öffentlich zugängliche Halbzeitbericht aufzeigt. Die Zielerreichung sowohl bei der geplanten Treibhausgasreduktion als auch beim Ausbau der erneuerbaren, heimischen Energieträger ist gefährdet und wird vermutlich bis 2020 nicht gelingen.
In der Einleitung zu ihrem Positionspapier weist die LGU auf die gros­sen, aktuellen Herausforderungen in der Klima- und Energiepolitik sowie bestehende staatsvertragliche Rahmenbedingungen hin und bekräftigt den dringenden Handlungsbedarf.
•Global gerecht und umweltverträglich: Die «2000-Watt-Gesellschaft»: In ihrer Energievision 2050 zeigt sich die LGU hoffnungsvoll und sieht Liechtenstein erfolgreich auf dem Zielpfad zur 2000-Watt-Gesellschaft. Das ETH-Modell der 2000-Watt-Gesellschaft sei eine gerechte und zukunftstaugliche Lösung, denn demnach steht jedem Menschen auf der Welt die gleiche Energie-Dauerleistung zu. Die liechtensteinischen Gemeinden spielen für diese Vision laut LGU eine wichtige Vorreiterrolle, da sie als Energiestädte diese Ziele bereits heute verfolgen, wie aus deren Energiestadt-Faktenblättern hervorgeht.
•Lebensqualität sichern und Arbeitsplätze erhalten: Die notwendige Abkehr von fossilen Energieträgern aufgrund ihrer negativen Folgen für das Klima und die Umsetzung weiterer Massnahmen, die der Stabilität klimatischer Bedingungen sowie einer nachhaltigen Entwicklung dienen, stellen die Welt vor grosse Herausforderungen. Die LGU ist überzeugt, dass nur eine Politik, die rechtzeitig auf die notwendigen Veränderungen in Wirtschaft und Gesellschaft setzt und diese konsequent fördert, auch langfristig eine hohe Lebensqualität für die Menschen sicherstellen kann.
•Grosses Potenzial sieht die LGU beim Verkehr: Wie aus Landesstatistiken hervorgeht, ist der Verkehr auch in Liechtenstein ein bedeutender Energiekonsument und ein Hauptverursacher von Treibhausgasen. Mit der höchsten (und immer noch steigenden) Motorisierungsrate in Europa und einem rückläufigen umweltfreundlichen Verkehr läuft die Entwicklung derzeit in eine völlig falsche und unerwünschte Richtung. Verkehrsmittelwahl und Verkehr müssen rasch wesentlich umweltfreundlicher werden. Die LGU listet zahlreiche mögliche Massnahmen zur Zielerreichung auf und begründet diese. Dazu gehören unter anderem entsprechende Investitionen in die Schieneninfrastruktur und die mittelfristige Dekarbonisierung des verbleibenden motorisierten Individualverkehrs sowie die gezielte Förderung des Langsamverkehrs.
•Weniger kann auch mehr sein: «Die LGU ist der Ansicht, dass der Wohlstand Liechtensteins, der starke Wirtschaftsstandort, das grosse Potenzial im Finanzsektor, seine günstige Lage in der aufstrebenden Wirtschaftsregion Rheintal-Bodensee mit den bestehenden Netzwerken in die Nachbarländer sowie die Zertifizierung aller Liechtensteiner Gemeinden als Energiestädte die besten Voraussetzungen für eine frühzeitige wirtschaftliche Positionierung schaffen auf dem Weg in eine karbonfreie Zukunft bei hoher Lebensqualität», heisst es in der Schlussbemerkung des rund 10 Seiten langen Dokuments.
Die LGU appelliert mit ihrem Positionspapier ausdrücklich an die Verantwortung der Politik, die notwendigen Rahmenbedingungen zur Förderung umweltfreundlicherer Lebensstile zu schaffen, um damit auch künftigen Generationen eine gute Lebensqualität zu sichern.
Um einen Beitrag zur wichtigen gesellschaftlichen und politischen Auseinandersetzung mit dem Thema zu leisten, plant die LGU eine Veranstaltung am 12. November 2018 mit dem Titel «Damit gutes Leben einfacher wird – Perspektiven einer Suffizienzpolitik». Das ist auch der Titel eines Buches der Hauptreferentin Prof. Dr. Angelika Zahrnt (Volkswirtin und ehemaliges, langjähriges Mitglied im Rat für Nachhaltige Entwicklung in Deutschland, Ehrenvorsitzende des BUND). Umweltministerin Dominique Gantenbein hat ihre Teilnahme an der Veranstaltung bereits zugesagt.
Das Positionspapier ist in voller Länge auf www.lgu.li zu finden.

Liechtensteinische Gesellschaft
für Umweltschutz LGU

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