Leserbrief

Schutzwald und Brücken

Gebi Schurti, Lawenastrasse 12, Triesen, Jagdaufseher | 27. Juni 2017

Für neues Miteinander

Viele Berichte und Wortmeldungen sind in der letzten Zeit über Brücken und Schutzwald in unseren Zeitungen publiziert worden. Für mich ist unverständlich, dass man auf der einen Seite wegen des fehlenden Schutzwalds jammert und auf der anderen Seite die zum Teil selben Personen eine Brücke bauen wollen, die wieder ein Stück Natur und Wildlebensraum zerstört. Haben wir nicht genug Brücken und Wege? Vielleicht wäre gescheiter, wir würden wieder mehr «zwischenmenschliche Brücken» bauen und mehr miteinander sprechen und einander zuhören, als immer ein Opfer zu suchen und andere bei jeder Gelegenheit zu verunglimpfen. So jetzt auch beim Thema Schutzwald. Dass unser Schutzwald wichtig ist, ist uns allen klar. Dass die letzten Jahre viel dafür getan wurde und auch weiterhin getan werden muss, ist auch vielen klar. So haben Forst und Jagd einen grossen Beitrag dazu geleistet. Die Zusammen-arbeit Forst und Jagd hat sich sehr zum Positiven verändert. Ist auch gut so. Förster und Jäger sind auch diejenigen, die vor Ort sind und Massnahmen umsetzen. Oft unter schwierigen Umständen und mit viel Mühe. Waldarbeit und Jagd sind Handwerk vor Ort und können nicht vom Ledersessel aus gemacht werden. Warum wird jetzt versucht, wieder einen Keil zwischen die Zusammenarbeit Forst und Jagd zu treiben? Da sind gewisse Aussagen von Politikern, die sich plötzlich als neue Wald- und Wildexperten se-hen, nicht hilfreich. Dass man sichtbare Erfolge mit Sätzen wie «man wolle der Politik ein Schlafmittel oder eine Beruhigungstablette verabreichen» beschreibt, ist nicht besonders hilfreich. Es kann das Gegenteil bewirken. Nur mit dem «das Wild zusammenschiessen» ist es nicht getan. Wir brauchen Politiker, die Zusammenhänge erkennen und auch den Mut haben, andere Massnahmen umzusetzen, wie bei Freizeitnutzungen, Störungen und Lebensraumzerstörung. Politiker, die auf die Personen zugehen, welche die geforderten Massnahmen umsetzen sollen. Regierungsrätin Dominique Gantenbein ist mit gutem Beispiel vorangegangen. Sie war bei unserer letzten Waldbegehung mit dabei und hat sich ein Bild vor Ort gemacht. Es gibt noch viel zu tun. Wollen wir sichtbaren Erfolg, geht es nur miteinander. Brücken bauen ja, aber zwischen uns Menschen und nicht über bis anhin noch unberührte Töbler und Wälder. In diesem Sinne,

Gebi Schurti, Lawenastrasse 12, Triesen, Jagdaufseher

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