Leserbrief

Medizinethik und Moral

Agnes Dentsch,Poliweg 12, Ruggell | 30. November 2017

Medizinethik Definition: «Als grundlegende Werte gelten das Wohlergehen des Menschen, das Verbot zu schaden (Primum non nocere) und das Recht auf Selbstbestimmung der Patienten (Prinzip der Autonomie), allgemeiner das Prinzip der Menschenwürde.» Praktizieren alle unsere Ärzte nach diesen ethischen Vorsatz? Der Kampf zwischen Privatkliniken, Landesspital und auch einigen Ärzte geht es leider nicht mehr um diese Ethik, sondern viel mehr um den Gewinn. Warum sonst werden Ängste geschnürt, warum der Kampf um jeden Patienten? Wie heisst es so schön: «Gesund ist der, der noch nicht oder noch nicht genug untersucht wurde.» Eben, an Gesunden verdient man nicht. Senioren sind sehr «beliebte» Patienten, weil mit dem Alter mehr altersbedingte Beschwerden auftreten. Sie können lange und mit allen Mitteln behandelt werden. Aber, umso mehr Medikamente sie einnehmen, desto kranker werden sie. Ist das noch vereinbar mit Medizinethik?
Moral: Als Patient muss ich meinem/er Arzt/Ärztin vertrauen. Was, wenn er/sie mich aber noch kränker macht, durch immer mehr Medikamente, mehr Operationen und sinnlose Behandlungen? Sollte nicht das Nutzen-Risiko-Verhältnis im Vordergrund stehen? Aufklärung seitens der Ärzteschaft ist mangelhaft. Warum sollte ich mich nur von Ärzten im Land behandeln lassen? Nur damit das Geld im Land bleibt? Wir sind ein kleines Land und können sowieso nicht alle Krankheiten behandeln. Warum haben einige Ärzte eine Praxis im Land und auch eine in der Schweiz? Da geht es eindeutig nur um das liebe Geld.
Anstatt zu streiten, sollten wir und die Politik patientenorientierte Ärzte (die nicht von der Ärztekammer abhängig sind) fördern.
Wichtig wäre auch die Förderung von Eigenverantwortung. Es bräuchte eine unabhängige (nicht von hiesigen Ärzten beeinflussbare) Beratungsstelle. Die haben wir nicht. So sind Kranke hilflos den Ärzten ausgeliefert.

Agnes Dentsch,
Poliweg 12, Ruggell

Teile diesen Leserbrief mit deinen Freunden

Leserbrief schreiben

Wie denken Sie darüber?
Titel
Text 0 / 2500 Zeichen
Weiter
Liechtensteiner Volksblatt AG
© 2018, Alle Rechte vorbehalten.