Leserbrief

Abkommen mit der Schweiz: Freie Arztwahl

Adolf Heeb,im Rehwinkel 8, Vaduz | 25. November 2017

Gesundheitswesen

Dem Artikel des Landtagsabgeordneten Johannes Kaiser in der jüngsten Ausgabe der «Liezeit» (11/2017) zum mässigen Verhandlungsgeschick des Gesundheitsministers in Sachen freie Arztwahl kann ich nur zustimmen, möchte aber zum besseren Verständnis aller Betroffenen noch etwas präzisieren.
In Liechtenstein sind zur Zeit 110 Ärzte tätig. 60 davon sind OKP-Ärzte, also von den Krankenkassen zugelassen und über die Grundversicherung abgedeckt. Zu diesen haben also alle Krankenversicherten freien Zugang. Für die restlichen 50 praktizierenden nicht OKP-Ärzte zahlen wir einen monatlichen Obulus von 40 Franken, sofern wir deren Dienste in Anspruch nehmen wollen. Das also Stand heute!
Die sogenannte Bedarfsplanung für Liechtenstein, einst zur «Abschottung» des Marktes eingeführt, wird mit dem jüngsten «Coup» des Gesundheitsministers, im neuen Abkommen mit der Schweiz, endgültig zum Rohrkrepierer.
Zukünftig können wir jeden Arzt in den Kantonen St. Gallen und Graubünden, gemäss Statistik insgesamt 1360 Ärzte (wenn man das Abkommen richtig interpretiert, könnten es sogar schweizweit 18 200 Ärzte sein) allein über die Grundversicherung konsultieren, aber nicht alle in Liechtenstein. Für die bei uns praktizierenden 50 nicht OKP-Ärzte bezahlen wir, sofern wir sie in Anspruch nehmen wollen, weiterhin diese 40 Franken pro Monat.
Ist das noch verständlich? Warum sollen bei uns andere Massstäbe gelten als bei unseren Nachbarn.
Interessantes Detail: Schweizer haben über ihre Krankenversicherung nur Zugang zu den praktizierenden OKP-Ärzten in Liechtenstein.
Fazit: Durch die maximale Öffnung des Marktes in den Kanton St. Gallen und Graubünden haben wir eine Mengenausweitung von bisher 80 auf 1360 Aerzte (schweizweit 18 200) in unserer Grundversicherung, und das soll zu Kostenersparnis führen? Wie diese Rechung aufgeht, muss der Gesundheitsminister uns erklären!
Ebenfalls zu klären bleibt, wieso die Liechtensteiner in Liechtenstein nicht dieselben Rechte bekommen wie sie sie neuerdings in den benachbarten Kantonen erhalten?

Adolf Heeb,
im Rehwinkel 8, Vaduz

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