Leserbrief

Grübel, grübel und studier

Hans Mechnig,Tröxlegass 46, Schaan | 25. August 2015

Lohngleichheit

Immer, wenn ich irgendwo wieder etwas über die Diskriminierung von Frauen bei der Entlohnung lese – insbesondere angesichts des von den Medien geschilderten, apokalyptischen Ausmasses, der offensichtlichen Allgegenwärtigkeit dieser Benachteiligungen – stellen sich mir u. a. die folgenden Fragen:
? Seit über 40 Jahren arbeite ich in verschiedenen Positionen in verschiedenen Betrieben unterschiedlicher Grösse. In dieser Zeit habe ich Hunderte (Tausende?) von Gesprächen über unterschiedlichste Aspekte des Themas Arbeit, mit Hunderten, anderen Beschäftigten geführt, selbstverständlich auch mit Frauen. Dazu kommen wahrscheinlich weitere, Hunderte (Tausende?) private Gespräche über das Thema Arbeit im Alltag, ausserhalb dieser Betriebe. Wie ist es zu erklären, dass in all den Jahren, von keiner einzigen Frau, in keinem einzigen dieser Gespräche, jemals der Vorwurf irgendeiner Diskriminierung bei ihrer Entlohnung erhoben wurde? Nicht einmal andeutungsweise!
? Kürzlich habe ich bei einem Gespräch im Freundeskreis – schätzungsweise waren ca. 200 Jahre Arbeitserfahrung am Tisch versammelt – die Frage gestellt, ob jemand von ihnen sich an Gespräche mit weiblichen Kolleginnen, Mitarbeiterinnen, Freundinnen, erinnern kann, in denen diese sich über eine Diskriminierung bei ihrer Entlohnung beklagt hätten. Kein einziger wusste auch nur über ein Einziges, konkretes Erlebnis dieser Art zu berichten.
? Warum sollte ein gewinnorientiertes Unternehmen, das in der Regel zudem noch mit zahlreichen anderen Betrieben im Wettbewerb steht, auch nur einen einzigen Mann beschäftigen, solange es Frauen zu 20 Prozent tieferen Löhnen anstellen könnte? «Geld- und profitgierig» ist unser Wirtschaftssystem, wie es den Menschen andauernd ins Gehirn getrichtert wird und ausgerechnet dort sollen dann Milliarden blödsinnig für eine Diskriminierung verschleudert werden? Das Einzige, was in diesem Fall zweifelsfrei diskriminiert wird, ist die Logik!
? Sämtliche Mainstream-Medien halten ihre Berichte zu diesem Thema allgemein. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass jemals ein konkreter Fall im Detail mit Daten und Namen beschrieben worden wäre. Warum ist das so?
? Es gibt durchaus seriöse und fundierte Studien und Kommentare, die zu differenzierteren Schlüssen kommen, was die Diskriminierung von Frauen bei der Bezahlung anbelangt. Warum finden diese in unseren Mainstream-Medien so gut wie keine Erwähnung?

Hans Mechnig,
Tröxlegass 46, Schaan

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