Leserbrief

Überlegungen des Frauennetzes, Teil eins

Frauennetz Liechtenstein | 19. Juni 2015

Gemeindewahlen

Seit dem 1. Mai sind die im März gewählten Gemeinderätinnen und Gemeinderäte im Amt. Vertreten werden die Bürgerinnen und Bürger Liechtensteins lediglich durch 17 Prozent Frauen. Nur einzelne Gemeinden zeigen einen Frauenanteil, der in Anbetracht des aus Frauensicht niederschmetternden Ergebnisses fast vorbildlich ist. Auch die Tatsache, dass es zum zweiten Mal in der Geschichte wieder eine Vorsteherin gibt, kann das Ergebnis leider nicht verschönern und es gibt nur zwei Gemeinden, deren Gemeinderäte eine Vizevorsteherin gewählt haben.
Woran liegt es, dass von 56 Kandidatinnen nur 17 gewählt wurden?
Frühere Untersuchungen des Liechtenstein-Instituts zeigen, dass Frauen ein politisches Amt schlichtweg weniger zugetraut wird. Frauen müssen sich beweisen, wohingegen Männer das politische «Spiel» und dessen Regeln scheinbar von Geburt an beherrschen. Da fragen sich aufmerksame Leserinnen und Leser, wie eine derart unterschiedliche Entwicklung im Mutterleib vonstattengehen kann? Andere Stimmen erklären die Reduktion des Frauenanteils durch zu wenig oder (subjektiv betrachtet) falsche Vorbilder. Dieses Argument wird immer wieder gebracht, interessanterweise ist es bei Männern aber nie ein Thema. Wieder andere argumentieren, es fehle am selbstbewussten Auftreten der Frauen. Das Selbstbewusstsein, sich der Wahl zu stellen, hat den 39 nicht gewählten Frauen jedenfalls nicht geholfen.

Frauennetz Liechtenstein

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