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Leserbrief

Ungerechte Familienpolitik

Einen weiteren Leserbeitrag, genauer: einen Forumsbeitrag, finden Sie auf Seite 6. | 16. Juni 2015

Betreuungsgeld

Die Gleichbehandlung aller Familien müsste eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein. Dem ist jedoch nicht so. Im Herbst droht eine weitere Benachteiligung der traditionellen Familie. Die Familien-Ausgleichs-Kasse (FAK) bezahlt die Kinderzulagen (Kindergeld) aus einem ausschliesslich durch die Arbeitgeber finanzierten Fonds. Bis jetzt erhalten alle Eltern gleich viel Geld, monatlich mind. 280 Franken pro Kind. Im Juni-Landtag verkündete das Sozialministerium (Pedrazzini), aus dem Kinderzulagen-Topf soll Geld für Kitas entnommen werden. Dann ist logischerweise für Kinderzulagen weniger in der Kasse. Jeder Kitaplatz kostet nämlich 15 000 Franken pro Jahr.
Die Freie Liste findet die Idee des Gesundheitsministers ausgezeichnet und regt gleich an, man soll in Zukunft das Kindergeld nicht mehr allen Familien auszahlen. Die FL möchte eine Verdienstobergrenze einführen. Man brauche die freiwerdenden FAK-Gelder, um Ärztinnen und anderen hochgebildeten Frauen (subventionierte) Kitas bereitzustellen. Ich bin schon in früheren Voten für eine Gleichbehandlung aller Familienmodelle eingetreten. Was jetzt abläuft, geht eindeutig zu weit und ist nicht akzeptierbar. Eltern, die ihre Kinder in Kitas geben, erhalten zum Kindergeld noch zusätzlich eine weitgehend bezahlte Fremdbetreuung. Mütter, die ihre Kinder selbst umsorgen, erhalten keinen Rappen Unterstützung für die Selbstbetreuung. Das finde ich ungerecht. Die traditionelle Familienform wird damit torpediert.
Beispiel: Wenn Eltern mit einem steuerbaren Erwerb von 5000 Franken im Monat ihre 2 Kinder 20 Tage in die Kita geben, wird die Fremdbetreuung dieser 2 Kinder mit 3624 Franken unterstützt. Eine Selbstbetreuung wird nicht honoriert, im Gegenteil, möglicherweise wird das Kindergeld noch gekürzt – für teure Kitas!
Ich bin nicht gegen die Kitas, jedoch gegen eine Ungleichbehandlung der Eltern. Ich bin für eine wertfreie Wählbarkeit der Selbst- oder Fremdbetreuung, für eine familienorientierte Politik anstatt für ein sozialistisches Zwangssystem. Befürworten Familien eine Politik mit Schwerpunkt Kinderfremdbetreuung, volle Erwerbstätigkeit und Karriere? Wehret der Anfeindung der traditionellen Familienstruktur und einer Fehlentwicklung!

Herbert Elkuch,
DU-Landtagsabgeordneter

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