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Leserbrief

Ernte der Millenniums-Dekade

Sr. Alma Pia, ASC, Kloster St. Elisabeth, Schaan | 6. Juni 2015

Glaube

Dieses Jahr (2015) «endet» der vielversprechende Einsatz für die Entwicklung unseres Planeten im dritten Jahrtausend. Um die Jahreswende las ich viel darüber in «zuverlässigen» Quellen, denen das Wohl der Menschen wichtiger ist als das eigene Bankkonto.
Auf politischer Ebene gelang es, dass sich die Regierungsvertreter jedes Jahr trafen, um Bilanz zu ziehen und weiter zu planen. Auf dem Gebiet der Gesundheit und der Ernährung, der Bildung und der Gleichberechtigung der Frau gab es grosse Fortschritte. Aber: Der wichtigste Fortschritt ist die Einsicht, dass der Ansatz falsch war: Man arbeitete an der Beseitigung der Folgen statt der Ursachen des weltweiten Leidens. So wurden weiter die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer: Man liess die Armen weiter um Hungerlohn arbeiten; holzte gewissenlos die Wälder ab, um Ackerland für Biogas-Pflanzen zu gewinnen; erreichte grossartige Ernten durch manipulierten Samen, der an Keimfähigkeit verlor; chemische Düngemittel steigerten die Ernten und ver-Wüste-ten die fruchtbaren Felder. Unverantwortlich ist die Entsorgung der giftigen Abfälle der reichen Industrieländer in Afrika. Die tiefste Ursache dieser Missbräuche war und ist der «freie Handel» und der schrankenlose Kapitalismus: Das Geld ist wichtiger als der Mensch. «Wer zahlt, befiehlt», gehört zu den mörderischen Grundsätzen der Menschheit. Die Zeit drängt. Auf 8. Juni ruft Angela Merkel die «Sieben Grossen» zur Klima-Krisensitzung und der Papst will noch im Juni seine Umwelt-Enzyklika veröffentlichen.
Was brauchen wir für die nächste Dekade?
? Bei allem Tun ökologische Zukunft im Auge behalten und entsprechend handeln;
? Klimaerwärmung vermeiden und an die Endlichkeit der Erdvorräte denken;
? Produktion drosseln und Abfälle verringern;
? Arbeit gerecht bezahlen und die gleiche Würde aller Menschen anerkennen.
Die Lebensmittel reichen auch für eine wachsende Zahl der Bevölkerung, wenn der Boden richtig bebaut wird und niemand mehr verbraucht als er/sie zum gesunden Leben braucht. Werden den Einsichten Taten folgen?


Sr. Alma Pia, ASC, Kloster St. Elisabeth, Schaan

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