Leserbrief

2016 Jahr der Barmherzigkeit

Sr. Alma Pia. ASC, Schaan | 26. Mai 2015

Glaube

Haben Sie schon davon gehört? Gottes Mühlen mahlen langsam, aber sicher! Auch und vor allem in der Kirche! 50 Jahre nach dem Konzil ist die Kirche kaum erneuert. Aber vor drei Jahren bekamen wir einen mutigen, sympathischen und optimistischen Papst. Er wird am 8. 12. zum Abschluss des goldenen Jubiläums die Pforte zum «Heiligen Jahr der Barmherzigkeit Gottes» öffnen. Johannes Paul II. hatte den Weissen Sonntag zum Sonntag der Barmherzigkeit erklärt, nun erwartet uns ein ganzes Jahr. Das ist wunderbar, sofern wir uns für den Geist des Konzils – für Gottes Ruf heute entscheiden.
Johannes XXIII. hatte mutig die Fenster geöffnet, um «frische Luft» in die selbstzufriedene Kirche einzulassen. Andere haben die Fenster wieder verriegelt, wieder andere sie aus den Angeln gehoben.
Die folgenden Päpste setzten sich ein für die kluge Durchführung der Beschlüsse, die keine Dogmen, sondern nur Wegweiser sein wollen. Für manche Priester und Laien ging die Erneuerung viel zu langsam – sie haben zuweilen das Kind mit dem Bad ausgeschüttet; anderen ging sie zu rasch, sodass die Bremsen gefährlich knirschen.
Das grundlegende Dokument ist sicher Lumen Gentium – Licht der Völker – womit Jesus Christus gemeint ist. Er ist und bleibt das Mass seines «Leibes», der Kirche, deren wichtigster Name «Volk Gottes» ist. Jesus müssen alle Getauften auf den Leuchter stellen, damit in seinem Licht die notwendigen Strukturen gefunden werden. Wenn wir Christen denken, sprechen und handeln wie Jesus, wird das Ausgediente verblassen, ohne das zeitlos Gültige zu gefährden (vgl. Mt 5!). Jesus lebte das Neue überzeugend. Er suchte das Wohl aller. Er war die Barmherzigkeit in Person – wurde gekreuzigt – aber er ist auferstanden.
Der mutige Johannes XXIII. sprach gern von «aggiornamento» = Verheutigung der Kirche. Das ist ein nie endender Prozess, weil die Geschichte der Menschheit nie stille steht. Jesus nannte sich der Weg. Wege sind da, dass wir sie gehen, nicht «Hütten bauen».
«Die Krise der Kirche ist eine Anfrage an ihre Glaubwürdigkeit» und zwar an Haupt und Gliedern. Das Haupt ist in Papst Franziskus begeisternd und überzeugend neu – und wir Glieder? Kennen und leben wir «Evangelii Gaudium» = Freude des Evangeliums – die Barmherzigkeit?

Sr. Alma Pia. ASC, Schaan

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