Leserbrief

Eine Gefahr auch für Liechtenstein?

Hans Frommelt,Gapont, Triesen | 28. April 2015

Gütertransporte

Das Schweizer Bundesamt für Verkehr (BAFU/BAV) hat die Umweltrisiken des Transports gefährlicher Güter mit der Bahn untersucht. Die Berichte können über das Internet eingesehen werden. Sie zeigen, auf welchen Streckenabschnitten erhöhte Risiken für die Umwelt durch gefährliche Gütertransporte auf der Schiene bestehen. Das BAFU/BAV hat mit Datum vom 17. April 2015 auch einen aktualisierten Ergebnisbericht zu den Risiken veröffentlicht, die beim Transport von gefährlichen Gütern mit der Bahn für die Bevölkerung bestehen. Für die Beurteilung der Gefahren, die von den Transporten gefährlicher Gütern auf der Schiene ausgehen, wurde ein Streckennetz mit potenziellen Gefahren für Bevölkerung und Umwelt definiert. Auffallend ist, dass die Strecke von St. Gallen über Rorschach zur Landesgrenze Schweiz-Österreich, zwischen St. Margrethen und Bregenz, in den Berichten nicht erwähnt wird. Hingegen wird die Eisenbahnstrecke von Zürich nach Sargans bis Buchs aufgeführt. Es wird erwähnt, dass die Risiken für die Bevölkerung und Umwelt, besonders auch für das Grundwasser und Oberflächenwasser, entlang der definierten Strecken vertieft überprüft werden sollten. Es geht da um die internationalen Güterzüge zwischen der Schweiz und Österreich. Demzufolge kann angenommen werden, dass die vom BAFU/BAV angesprochenen Güterzüge mit gefährlichen Gütern auch durch Liechtenstein fahren. Erwähnt wird auch, dass besonders Schienenweichen die Gefährlichkeit massgebend erhöhen. Dies trifft auch für Bahnübergänge zu, wie die Vergangenheit zeigt. Folglich sind in Schaan die Risiken mit seinen sechs Bahnübergängen vermutlich ausgesprochen hoch. Die Eisenbahnschiene führt mitten durch die Wohn- und Industriezone. Auf dem Lihga-Gelände neben der Eisenbahnlinie treffen sich, über das Jahr betrachtet, ständig viele Leute. Das Alters- und Pflegeheim St. Laurentius liegt direkt neben den Eisenbahngeleisen. Die letzte Weiche beim Bahnhof Schaan wurde Gott sei Dank kürzlich entfernt. Dennoch kann ein Entgleisen eines Güterzuges mitten in Schaan nicht ausgeschlossen werden. Eine Entgleisung eines Güterzuges, aus welchen Gründen auch immer, könnte in Schaan eine Katastrophe von ungeahntem Ausmass verursachen. Deshalb wäre es sicherlich angebracht, wenn die Regierung die Strecke von Buchs nach Feldkirch gemäss denselben Richtlinien untersucht lässt, wie vom Schweizer Bundesamt für Verkehr vorgegeben wird. Das Fazit könnte durchaus so lauten, dass unverhältnismässig hohe Risiken für die Bevölkerung und Umwelt bestehen und vertieft über eine Korrektur der Streckenführung nachgedacht werden muss.

Hans Frommelt,
Gapont, Triesen

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