Leserbrief

Heile Welt mit Fragezeichen!

Marlen Frick-Eberle,Pädergross 11, Balzers | 28. März 2015

Homophobie

Einige Gedanken zu Hans Gassners Weltanschauung.
Kaum regt sich von Seiten der homosexuellen Szene etwas, sind Sie auf dem Plan – mit Argumenten, die für mich nicht nachvollziehbar sind. In einem Punkt gehe ich mitIhnen einig, wenn die Menschen wenigstens das erste Gebot – liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst – beachten würden, gäbe es keine Kriege, keine Ausgrenzungen, keine Intoleranz – das Paradies auf Erden. Aber dazu muss man erst mal mit sich selbst im Reinen sein.
Ihr Heile-Welt-Bild von Familien mit Vater-Mutter-Kind hat schon lange gewaltige Risse bekommen. Was glauben Sie wohl, warum sogar in unserem Land ein Verein für Kinderschutz gegründet wurde? Wie viel physisches und psychisches Leid Kinder in sogenannten «heilen» und «normalen» Familien und durch ihr näheres Umfeld ertragen müssen? Die Zahlen, welche letzthin durch den Verein veröffentlicht wurden, sind, wenn sie nur annähernd stimmen, beängstigend und stimmen traurig.
Über 50 Prozent der Ehen gehen in die Brüche, also auch hier keine Gewähr für Kinder, eine glückliche, sorgenfreie Kindheit zu erleben. Sexuelle Übergriffe von Pädophilen (nicht zu verwechseln mit Schwulen) sind ein weiteres trauriges Kapitel.
Glücklich jedes Kind, das in einer liebevollen Umgebung aufwächst.
Ich teile Ihre Sorge nicht, dass Durch das Zusammenleben gleichgeschlechtlicher Menschen gleich die Menschheit ausstirbt. Wir erleben anscheinend derzeit sogar einen Babyboom, trotz einiger Schwulen und Lesben.
Ausserdem hat es Menschen mit dieser Veranlagung schon immer gegeben, nur durften und konnten sie diese Lebensform nicht öffentlich ausleben. Gott sei Dank ändert sich hier einiges, wenn auch langsam, zum Besseren. Sogar Sie sind mittlerweile so tolerant, dass Sie ihnen dies zugestehen.
Ich nehme an, dass Sie ein christlicher Mensch sind, daher an die biblische Schöpfungsgeschichte glauben. Wenn der Schöpfer des Universums Menschen mit dieser Veranlagung geschaffen hat, so nehme ich doch an, dass er auch an Schwulen und Lesben sein Wohlgefallen findet.
Für mich steht an vorderster Stelle das Kindswohl, die Rechte der Kinder, welche in der UN-Konvention vom 20. November 1989 gesetzlich verankert sind und die es zu beachten gilt.
Sich ein Urteil anzumassen, dass dies nur in sogenannten «normalen» Familien gegeben ist, finde ich
fragwürdig.

Marlen Frick-Eberle,
Pädergross 11, Balzers

Teile diesen Leserbrief mit deinen Freunden

Leserbrief schreiben

Wie denken Sie darüber?
Titel
Text 0 / 2500 Zeichen
Weiter
Liechtensteiner Volksblatt AG
© 2018, Alle Rechte vorbehalten.